Gruselatmosphäre zu düsterer Zeit

Seit drei Jahren stehen Studierende der Theologischen Fakultät und der Universität Trier gemeinsam auf der Bühne. Nun bringen sie ihre neueste Inszenierung zur Aufführung: ein selbst konzipiertes Stück aus Dramen des schwedischen Autors August Strindberg mit dem Titel "Wir bleiben wie die anderen".

 Vorsicht, gefährlich: Gruselig soll es bei der Aufführung der Theatergruppe „Kreuz und Quer“ zugehen. TV-Foto: Kerstin Smirr

Vorsicht, gefährlich: Gruselig soll es bei der Aufführung der Theatergruppe „Kreuz und Quer“ zugehen. TV-Foto: Kerstin Smirr

Trier. Die Texte sitzen fast perfekt, die Stimmen schallen laut im Raum, die Mimik passt: Bald werden die Schauspieler der Theatergruppe "Kreuz und Quer" ihr Können auf der Bühne unter Beweis stellen. Doch derzeit proben sie noch für ihre Aufführungen am 13., 16. und 18. November. Dann haben Mumien, Gespenster und Vampire ihren Auftritt. Denn gruselig soll es bei dem neuen Projekt der Gruppe zugehen. "Im vergangenen Jahr haben wir eine Komödie gezeigt, und nun war uns einmal nach etwas anderem", sagt Anka Klotz, die mit Marc-Bernhard Gleißner die Leitung übernommen hat. Passend zur Atmosphäre des Stücks haben sie den November für ihre Auftritte gewählt.Seit circa einem Jahr arbeiten die 20 Studenten daran, ein anspruchsvolles Stück zur Reife zu bringen.Mumien und die Hölle auf Erden

Mit einem vorgefertigten Textbuch haben sie sich nicht begnügt, sondern Werke des schwedischen Dramatikers August Strindberg studiert und vier von ihnen in eine stringente Geschichte zusammengeführt. "Wir haben eine Rahmenhandlung, die eines Schriftstellers, der drei fiktive Geschichten schreibt", erklärt Anka Klotz. Darin verarbeite er seine zwischenmenschlichen Erfahrungen. Die drei Geschichten sollten zeigen, wie ein Mensch sich selbst die Hölle auf Erden schaffe. "Wir haben allein zwei Monate daran gearbeitet, den Text zusammenzuschreiben", sagt Anka Klotz.Vor drei Jahren sind Studenten der Theologischen Fakultät und der Universität Trier erstmals zusammengekommen, um gemeinsam Theater zu spielen. Das Projekt soll nicht nur Raum zum Schauspielen geben, sondern auch den Austausch zwischen den Studierenden fördern. "Wir konnten hier so manche Vorurteile abbauen", sagt Anka Klotz. "Zum Beispiel, dass Theologiestudenten andauernd versuchen, ihre Religion an den Mann zu bringen." Dennoch sind Glaubensfragen aus der Theaterarbeit nicht ausgeschlossen, und auch im aktuellen Stück treten sie auf. Der Zuschauer könne es religiös interpretieren, doch werde ihm diese Ansicht nicht aufgezwungen, sagt Anka Klotz.Von der musikalischen Gestaltung über das Bühnenbild bis hin zur Kostümorganisation: Neben der Schauspielerei haben die jungen Theaterleute zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. "Ich kümmere mich gerade um die Plakate", erzählt Nadine Pilgram. "Und wenn ich damit fertig bin, warten schon die nächsten Aufgaben auf mich." Bei diesem Stück ist sie erstmals mit von der Partie - und mit großer Begeisterung dabei. "Für mich haben das Theaterspielen und diese Gruppe einfach einen gewissen Suchtfaktor."Karten für die Aufführungen der Theatergruppe am 13., 16. und 18. November im Festsaal des Priesterseminars gibt es ab 1. November im Vorverkauf an der Uni Trier sowie an der Abendkasse für sechs Euro, ermäßigt fünf Euro.