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Günther Jauch geht unter die Winzer

Günther Jauch geht unter die Winzer

Die Gerüchteküche hat wochenlang gebrodelt. Günther Jauch soll das Weingut von Othegraven in Kanzem (Kreis Trier-Saarburg) gekauft haben, hieß es (der TV berichtete). Jetzt ist es offiziell. Der Moderator ist der neue Besitzer des Saar-Guts. In Kanzem herrscht Begeisterung.

Kanzem. Es soll angeblich die besten Riesling-Lagen der Welt haben, das Weingut von Othegraven in Kanzem. Doch zurzeit ist nicht der Wein eine Schlagzeile wert, sondern der Besitzer. Moderator Günther Jauch (53) hat das Weingut gekauft, das derzeit seinen Verwandten gehört.

Noch-Eigentümerin Heidi Kegel (71) kündigte den Besitzerwechsel für das 12,5 Hektar große Gut auf einer Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter VDP/Grosser Ring Mosel-Saar-Ruwer am Mittwochabend in Trier noch für dieses Jahr an. Und stellte einen Antrag auf Mitgliedschaft Jauchs im Reigen der Spitzenwinzer. Dies wurde aus Verbandskreisen bekannt.

Das Votum für Jauch fiel einstimmig aus. "Wir finden das toll. Er ist eine Bereicherung", hieß es. Die begehrte Mitgliedschaft im Verband sei immer eine persönliche und nicht ans Weingut gebunden. Laut Satzung muss daher über einen Übergang — auch innerhalb der Familie — immer abgestimmt werden.

Noch Anfang Februar hatte Jauch zu Gerüchten über einen Einstieg ins Weingeschäft gegenüber dem TV gesagt: "Das Weingut von Othegraven gehört mir nicht." Auch Heidi Kegel hielt sich bedeckt: "Ich bin Eigentümerin und bleibe es noch eine Zeit", hatte sie kürzlich betont. Sie sei über die Familie von Othegraven mit Jauch verwandt: "Mein Patenonkel ist der Bruder seiner Oma", sagte sie. Und Jauchs Großmutter hieß Elsa von Othegraven. Am Donnerstag war Kegel nicht zu erreichen. Im 650-Einwohner-Dorf Kanzem war Günther Jauch bereits öfter zu sehen, sagte Ortsbürgermeister Günter Frentzen. Schon seit Jahren besucht er den Ort immer wieder. So schrieb der Moderator bereits 2007 in einer Mail an den TV: "In habe Freude daran, zusammen mit meiner Frau auf den Spuren der Ahnen zu wandeln."

Bürger rechnen mit mehr Besuchern im Ort



Jauchs zukünftige Winzerkollegen freuen sich über den prominenten Zuwachs im Ort. "Kanzem erhält dadurch deutschlandweit mehr Ansehen", ist sich Dagmar Mertes sicher. "Das hebt das Renommee des Ortes", fügt Dieter Schafhausen hinzu. "Ich denke schon, dass es mehr Rummel im Ort geben wird und Jauch Leute anlocken wird."

Das Anwesen von Othegraven liegt idyllisch zu Füßen des Kanzemer Bergs an atemberaubend steilen Hängen der Saar. Die Geschichte des Weinguts geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Doch das ist nicht alles. Mit den Lagen "Kanzemer Altenberg", "Wiltinger Kupp" und "Ockfener Bockstein" produziert es Weine, die von Dänemark bis in die USA Fans haben. "Es ist ein Top-Weingut mit besten Bewertungen in renommierten Weinführern", sagte der Geschäftsführer des Moselweins e.V., Ansgar Schmitz. Ob Jauch sich in den Weinbergen oft sehen lassen wird, ist offen. "Bei der Ernte wird er sicher mithelfen", vermutet Mosel-Weinbaupräsident Rolf Haxel.

Dass ein nicht gelernter Winzer das Gut führt, ist nichts Ungewöhnliches. Kegel ist von Beruf Anästhesistin und hatte das Erbe nach dem Tod ihrer Tante Maria von Othegraven im Jahr 1995 übernommen.