Gusterath: Gusteraths Jugend ist das Warten leid

Gusterath : Gusteraths Jugend ist das Warten leid

Für den 2015 abgerissenen Jugendraum sollte schnell ein Ersatz her. Doch dann sind die Schwierigkeiten losgegangen.

Sie sind zwar nur geduldet im Besprechungsraum der Feuerwehr Gusterath Doch das ist für Jugendliche und junge Erwachsene immer noch besser, als gar keine Möglichkeit zu haben, sich zu treffen. Thomas Mainusch sagt: „Seit mehr als vier Jahren haben wir  keinen richtigen Jugendraum mehr.“ Er gehört zum Leitungsteam der Gusterather Jugendgruppe und kritisiert, dass  es „mit einer Lösungsfindung sehr schleppend vorangeht.“

20 Jahre lang hat es in der Gemeinde einen  Raum gegeben, in dem sich junge Gusterather treffen konnten. Doch 2015 musste der alte Raum dem Neubau des neuen Gemeindezentrums weichen (der TV berichtete).  Seitdem „warten wir auf einen festen beziehungsweise neuen Raum“, sagt Mainusch, der gemeinsam mit Günter Ndombele, Franziska Anton und Julia Grösser die Gruppe leitet, der rund 20 junge Gusterather ab 14 Jahren angehören.

Erst durch eine Unterschriftenaktion sei es gelungen, das öffentliche Interesse für einen Jugendraum zu wecken Das Ergebnis: Ab Ende September 2018 darf ein Raum der Feuerwehr genutzt werden, wo sich die Gruppe einmal pro Woche trifft. Da die Feuerwehr den Raum ebenfalls benötigt, können sich die Jugendlichen natürlich nicht nach ihren Wünschen einrichten.

An der Ortsgemeinde Gusterath liegt es nach Auskunft von Ortsbürgermeister Alfred Bläser nicht, dass es den versprochenen neuen Raum nicht gibt. „Wir haben 200 000 Euro für einen neuen Raum im Haushalt eingestellt“, sagt er. Es gibt auch schon einen neuen Standort: das Gelände, auf dem derzeit noch eine alte Turnhalle steht. Die soll weg. Stattdessen will die Ortsgemeinde dort einen Jugendraum in Fertigbauweise errichten.

Dieser Plan hat einen Haken. Die Turnhalle steht auf Gemeindegrund, gehört derzeit jedoch der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer. Diese soll das Gebäude nach Ansicht der Gusterather an die Gemeinde rückübertragen, da die VG es nicht mehr benötigt. Ein entsprechender Tagesordnungspunkt in der Sitzung des VG-Rats wurde vertagt. Grund: Es gab Unklarheiten über Kosten, die die VG an die Ortsgemeinde für den Abriss zu zahlen hat. Laut eines Vertragsentwurfs soll Gusterath auch nach der Rückübertragung verpflichtet werden, die Halle bis zu diesem noch unbestimmten Zeitpunkt zu erhalten. Denn dort sind Sanitärräume und die Heizungsanlage für das Feuerwehrhaus vorhanden.

Das  alte Feuerwehrhaus wird gebraucht, bis nach jahrelanger Vor-, Um- und Neuplanung der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Pluwig für die gemeinsame Wehr Pluwig-Gustrath fertig ist. So lange wollen die jungen Gusterather nicht warten. „Wir hoffen auf einen zügigen Beschluss des Verbandsgemeinderats am 30. Januar und freuen uns auf unseren neuen Raum, dessen Baubeginn hoffentlich bald ansteht“, sagt Thomas Mainusch.

Doch die Sitzung am heutigen Mittwoch ab 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Waldrach wird ohne das Thema Rückübertragung  des Gebäudes über die Bühne gehen. Dazu sagt Bürgermeisterin Stephanie Nickels, dass sie die jungen Gusterather bei der Suche nach einer Bleibe unterstützt hat. Für sie steht  nach aktueller Lage fest, dass die Rückübertagung erst dann möglich ist, wenn der Neubau für die Feuerwehr steht. Sie geht davon aus, dass dies 2020 oder 2021 sein wird.

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