Gut für Gehirn und Gemeinschaft

Gut für Gehirn und Gemeinschaft

Musikpädagoge Uli Führe war einen Tag lang zu Gast in Schweich. Und er hat nicht nur Kinder fürs Singen begeistert.

Schweich "Singen macht Spaß, singen tut gut. Ja, singen macht munter und singen macht Mut." Durchs offene Fenster hört man die Kinder bis auf den Schulhof singen. Beinahe so, als wollten sie den zwitschernden Vögeln in den Bäumen Konkurrenz machen. "Singen macht froh und singen hat Charme,die Töne nehmen uns in den Arm." Uli Führe, Deutschlands populärer Musik- und Chorpädagoge, ist zu Gast in der Schweicher Grundschule und kümmert sich einen ganzen Tag lang um das, was er am liebsten macht: Menschen für die Musik begeistern. Morgens die Kinder, mittags die Lehrer und am Abend und am nächsten Morgen die mehr als 150 Chorleiter und ambitionierten Chorsänger, die ins Pfarrheim kommen, um in Sachen Stimmbildung und Stimmarbeit vom einstigen Professor für Chorpädagogik an der Hochschule Düsseldorf zu lernen. Der Zuspruch war so groß, dass Uli Führe spontan einen Zusatztermin am Samstagmorgen anbot. Kooperationspartner der Veranstaltungen waren die Region vier im Chorverband Rheinland-Pfalz, der KCV Trier-Saarburg und das Dekanat Schweich-Welschbillig.
Uli Führe ist ein langjähriger Freund von Dekanatskantor Johannes Klar, der ihn in seiner Funktion als Regionalvorsitzenden des Fachverbandes Deutscher Berufschorleiter eingeladen hatte. Und so macht der gut aufgelegte Musiker mit den schneeweißen Haaren einmal wieder gerne Station in Schweich, um sich um die sangesfreudigen Seelen an der Mosel zu kümmern.
Die Grundschulkinder jedenfalls finden ihn "voll cool" und swingen mit, wenn er ihnen "That's easy" mit auf den Weg gibt. "Ich arbeite liebend gerne mit Kindern. Man muss Kinder für die Musik öffnen, sie packen, ihnen Geschichten erzählen", sagt Uli Führe im Gespräch mit dem TV. "Musik ist etwas Sinnliches, nichts Abstraktes." Wichtig sei vor allem, dass sich Kinder wie Lehrer trauen, zu singen. "Musik ist Lebensfülle. Und je früher Kinder das erleben, umso besser, ganz egal, wo sie dann später in der Musik landen. Bei Bach oder Bushido."
Schön sei es, quasi mitansehen zu können, wie sich Kinder doch aus der Reserve locken und begeistern lassen, meint der Musikpädagoge, dessen vielseitige Kompositionen längst ihren Weg in die Chöre und in den Schulalltag gefunden haben. Wer Uli Führe bei der Arbeit erlebt, der versteht, warum ihm das gelingt. Er selbst begeistert.
Gott sei Dank habe das Singen in der Schule in den letzten 30 Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen, werde wertgeschätzt und auch von der Politik gefördert. Und die Gehirnforschung habe auch längst erkannt: "Singen macht glücklich und Singen macht schlau." Motivation genug für den Mann mit der Gitarre und der warmen voluminösen Stimme, Kleine wie Große für den Chorgesang zu faszinieren, getreu dem dreistufigen Credo in seiner Pädagogik "Musik: erleben, erkennen, benennen".