Gute Zahlen, schwere Kost

Dank der guten Konjunktur geht die Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land mit Rückenwind ins erste Doppik-Jahr. Die Gemeinden können sich über eine moderate Umlagen-Senkung freuen.

Trier. Wenn der VG-Rat Trier-Land am Mittwoch ab 18 Uhr zur Haushaltssitzung im Kultursaal des Jugendhilfezentrums Helenenberg zusammenkommt, darf man die Sitzung getrost als historisch bezeichnen. Denn auf die Ratsmitglieder wartet dann mit dem Zahlenwerk für 2008 eine Premiere: der erste "Doppik"-Haushalt (der TV berichtete). Trier-Land ist die einzige Verbandsgemeinde im Kreisgebiet, die im Januar mit dem neuen Haushalts- und Rechnungswesen loslegt; die anderen folgen ein Jahr später. Auf den 456 Seiten (drei Kilogramm Papier) ist erstmals das Haushaltsjahr nach kaufmännischen Kriterien erfasst worden. Wem es zu umständlich ist, diese "schwere Kost" im Bedarfsfall bei der Hand zu haben, der kann auf die mitgelieferte CD-Version zurückgreifen.Finanzkraft um eine Million Euro gestiegen

Auf jeden Fall werden sich die Damen und Herren in den VG- und Ortsgemeinderäten komplett umstellen müssen. Wenn sich auch der eine oder andere darüber ärgern wird, dass die alten und neuen Pläne nur schwer miteinander zu vergleichen sind, so können sich doch alle über die positive Haushaltsentwicklung freuen. Um rund 955 000 Euro hat sich die Finanzkraft aller Gemeinden im VG-Bereich verbessert. "Alle Gemeinden stehen in der Einnahmesituation wesentlich besser da", sagt Verwaltungschef Wolfgang Reiland. Voraussichtlich könnten alle ihren Etat ausgleichen. Die gute Finanzausstattung versetzt die Verwaltung in die Lage, dem Rat eine Senkung der VG-Umlage um einen halben Punkt auf 34,5 Prozent vorzuschlagen. Über die Umlage, die die VG von den Gemeinden erhebt (das sind knapp fünf Millionen Euro jährlich), deckt sie im Wesentlichen ihren Finanzierungsbedarf. Durch die Senkung bleiben den Gemeinden 70 000 Euro mehr in den Taschen.Sitzungssaal wird umgestaltet

Zu den wichtigsten Eckdaten des Haushalts 2008: Im Ergebnis- und Finanzhaushalt halten sich Ein- und Auszahlungen mit 8,42 Millionen Euro die Waage. Es sollen rund 1,5 Millionen Euro investiert werden, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Brandschutz, Schulen/ Turnhallen und Wasserläufe/Hochwasserschutz liegen. Für die Umgestaltung des Sitzungssaals im 25 Jahre alten Rathaus in der Trierer Gartenfeldstraße sollen 130 000 Euro aufgewendet werden. Wenn die Ratsmitglieder auch bald auf neuen Stühlen Platz nehmen werden, beruhigt zurücklehnen können sie sich deshalb noch lange nicht. Die Doppik und die damit verbundenen Fokussierung auf Produkte macht es künftig für sie schwerer, den Durchblick zu behalten. Wie heißt es doch so schön auf Seite 28 des Haushaltsplans: "…durch die Einführung der Doppik wird sich die finanzielle Situation weder der Verbandsgemeinde noch der Ortsgemeinden verbessern. Es werden lediglich Daten geliefert, mit denen andere Schwerpunkte gesetzt werden können…Helfen Sie bei der Fortentwicklung des Mammutwerkes mit."

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