Guten Morgen!

Zwei Mal im Jahr falle ich aus der Zeit, wenn es heißt: Achtung, am Sonntag wird die Uhr umgestellt! Das geht seit 1980 so.

Also habe ich theoretisch in meinem Leben bereits 54 Mal die Uhren vor- oder zurückgestellt. Das müsste eigentlich "sitzen". Aber in meinen Zeitumstellungsalpträumen sitze ich vor einer gestrengen Prüfungskommission, die mir die alles entscheidende Abschlussfrage stellt: "Wird die Uhr zur Winterzeit vor- oder zurückgestellt?" Die Chancen stehen 50 zu 50.

Ich versuche mir die Lösung aus eher existenzieller Perspektive abzuleiten: Kann ich eine Stunde länger schlafen oder muss ich eine Stunde früher aufstehen? Ich bin verloren und muss "auf Risiko gehen" - oder doch lieber den Publikumsjoker nehmen? Naja, in der Realität bin ich deshalb froh, wenn die Zeitumstellung alle Halbjahr wieder großes Medienthema ist.

Nur dieses Jahr, nach über einem viertel Jahrhundert Übungsphase, wusste ich, was zu tun ist: Natürlich musste ich die Uhr zurückstellen. Ich hatte nämlich einer klugen Kollegin mein Zeitumstellungs-Dilemma geschildert.

Sie hatte eine prima Lösung parat, auch Eselsbrücke genannt: "Ist doch ganz einfach: Im Sommer stellt man die Stühle vors Haus, im Winter müssen sie wieder zurück ins Haus." Nur ein klitzekleines Problem habe ich noch.

Meine Armbanduhr hat ja einen "Dreh-Zeiger" und keine digitale Anzeige.

Aber alle Uhren, die nicht ein fernes Funksignal steuert, müssen ja auch irgendwie aktualisiert werden.

Für jede gibt es eine andere Bedienungsanleitung. Ich bräuchte Eselsbrücken fürs Auto, die Küche, das Telefon, der Computer hat auch eine Uhr, da gibt es doch irgendwo die Einstellungshilfe "Sommerzeit, Winterzeit", aber wo?

Jetzt bloß nicht die ja irgendwie gesparte Stunde verplempern!

Deshalb gehen bei mir auch im November noch viele Uhren anders. Hat ja auch ihr Gutes, die kleine Sommerzeit im Winter.

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