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Schönen guten Morgen, ist vielleicht der Herr L. zu sprechen? Nein, natürlich nicht. Herr L. weilt, ähnlich wie zwei meiner Kollegen, gerade im wohlverdienten Urlaub. Sommerzeit, Ferienzeit, jedenfalls für die meisten von uns.

Wer von den Daheimgebliebenen hat es in den vergangenen Wochen nicht schon mal gehört: "Schaff' ich vor dem Urlaub nicht mehr, erst danach wieder." Urlauber haben eine eigene Zeitrechnung: Alles wird aufgeteilt in "vor dem Urlaub - nach dem Urlaub". Für Daheimgebliebene bedeutet das, dass sie gleich mehrere Urlaube unter einen Hut bekommen müssen - und dabei am besten Nachbars Blumen nicht vergessen, die Hemden noch vor den Betriebsferien in der Reinigung abholen, das Auto direkt nach den Betriebsferien zur Inspektion in die Werkstatt bringen oder die Freundin noch unbedingt vor ihrem Urlaub mal anrufen. Jeder weitere Urlauber könnte die ausgeklügelte Urlaubs-Jonglage gefährden. Und so reagierte ich denn auch mittelmäßig geschockt, als meine Kollegin freudestrahlend ihren freien Tag ankündigte, sie hatte Sonntagsdienst. Das ist aber schlecht, entfuhr es mir. Ihr Blick wechselte in Sekundenschnelle von freudig auf entsetzt, und ich verbesserte mich so gut es ging: Schön für Dich, schlecht für uns, meinte ich natürlich und wünschte ihr von Herzen einen schönen Tag. Keine Frage, so langsam werde ich auch urlaubsreif. Deshalb: Ein herzlicher Gruß an alle Daheimgebliebenen. Lasst es euch gut gehen, genießt die freie Zeit und zaubert euch ein bisschen Urlaub-zuhaus-Gefühl ins Büro und wundert euch nicht, wenn ihr dann demnächst von meinen Kollegen hört: "Die Frau S.?, die hat Urlaub, erst in zwei Wochen wieder, ich kann Sie aber gern an den Herrn Q. verbinden."