guten_morgen_29.11.

Das war ganz und gar kein guter Morgen. Verschlafen, schnell einen Kaffee gestürzt, im Laufschritt zum Auto und auf zum Termin. Den habe ich allerdings nicht mehr rechtzeitig geschafft. Stattdessen bekam ich noch zwei Zusatz-Termine mit der Polizei.

Das hätte ich mir sparen können, auch rein zeitlich. Aber ich dachte ja, keine Zeit zu haben. Und so fuhr ich zügig über die Autobahn. Es rollte gut, nur noch ein Lastwagen trennte mich von der Abfahrt zur B 51. Den überhole ich noch locker, dann bremst er mich auf der berühmt-berüchtigten Bundesstraße auch nicht aus. Blinker links, Beschleunigen auf knapp 120 Stundenkilometer - und, als ich auf Höhe des Lastwagens war, sah ich sie schon: die Freunde und Helfer in grün-weiß. Kelle raus, Blinker rechts, Ende der Fahrt. Vor der Biwerbachtalbrücke - ich traue es mich kaum zu sagen - gilt Tempo-Limit 80. Ich kassiere also einen viertelstündigen Aufenthalt auf dem Mitfahrerparkplatz (mit nassen Haaren, zum Föhnen fehlte die Zeit) und drei (!!!) Punkte auf meinem Sünder-Konto in Flensburg. Die knapp 100 Euro Bußgeld samt Bearbeitungsgebühr will ich angesichts der Tatsache, dass ich fast meinen Führerschein riskiert hätte, gar nicht groß erwähnen. Zu allem Überfluss konnte ich noch nicht mal meinen Führerschein vorweisen (in der Hektik hatte ich vergessen, ihn von der einen Handtasche in die andere umzuräumen) und musste ihn deshalb bei einer Polizei-Inspektion meiner Wahl vorlegen. Keine Frage, ich bin wirklich froh, dass durch mein Überhol-Manöver niemand verletzt wurde oder sonstwie zu Schaden kam. Meine Lehre daraus: Nehmen Sie sich die Zeit, sonst bekommen Sie sie gemacht - und das könnte mit weniger Glück auch richtig unangenehm und schmerzhaft werden. In diesem Sinne: Einen guten Morgen und Muße und Konzentration für das Wesentliche.