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Ich muss Ihnen etwas gestehen. Ich fühle mich verfolgt. Bis auf die Toilette. Von wem? Von einem Kollegen. Nein, er tut es nicht selbst, sondern mit seinen Worten. Die gab er vor einigen Wochen im TV zum Besten, als es darum ging, 100 gute Gründe zu formulieren, warum es so schön in der Region ist.

Er rühmte dabei ein bekanntes und von Touristen gerne frequentiertes Freiluft-Lokal in Trier.

Das fand der Wirt wohl eine solch tolle Werbung, dass er seine ganze Weinstube mit Zeitungsschnipseln zupflasterte, inklusive der stillen Örtchen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Nur dachte der Lokal-Chef wohl nicht daran, dass diese Gaststube auch andere Redakteure besuchen - und deshalb irritiert sein könnten.

Da saß ich nun im Separee - und erblickte die Worte meines Kollegen. Und damit indirekt auch ihn. Raus, nur raus hier, dachte ich. Oder gehört Ihr Kollege im Büro oder im Betrieb zu den Menschen, mit denen Sie sich gerne das stille Örtchen teilen? Eben!

Ich musste meinen Schock daraufhin erst einmal runterschlucken und bestellte beim Wirt eine weitere Flasche Wein. Ihn und meine Tischnachbarn hat's gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Womit feststehen dürfte, dass bei der Lokalauswahl auch eher ungewöhnliche Latrinen-Parolen eine Rolle spielen können.