Guter Geschmack, gutes Gewissen

Guter Geschmack, gutes Gewissen

Die Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule, eine Förderschule für Gehörlose und Schwerhörige in Trier, ist vom Verein Transfair als Fairtrade-School ausgezeichnet worden. Bananen, Kaffee und Schokolade - viele Produkte stammen hier aus fairem Handel.

Trier. Die Lehrerinnen Hanja Fröhlich und Anke Häberle erzählen, wie es dazu kam, dass sich die Trierer Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule (WHC) mit fairem Handel beschäftigt: "Es begann als Klassenprojekt. Geplant waren ein bis zwei Unterrichtsstunden zum Thema. Zeitgleich gelangte ein Flyer in unsere Hände: ,Fairste Klasse gesucht!‘." Der Wettbewerb wurde von Transfair ausgeschrieben, einem gemeinnützigen Verein, der sich seit 1992 für benachteiligte Produzentenfamilien aus Afrika, Asien und Lateinamerika einsetzt und im April in Trier mit dem Nell-Breuning-Preis ausgezeichnet worden ist. Durch fairen Handel versucht Transfair, die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Familien zu verbessern. Die Schüler der WHC-Schule waren sofort Feuer und Flamme für das Thema. Sie bauten einen kleinen Verkaufsstand auf, an dem sie Muffins aus fairen Zutaten anboten.
Dabei stellten sie fest, dass sie mehr Informationen brauchten - etwa woher die Produkte kamen, die sie verwendet haben. Es folgte ein Besuch im Weltladen und jede Menge Recherchearbeit. Nach und nach gab es weitere Aktionen. Andere Klassen wollten mitmachen, das Projekt Fairtrade-Schule war geboren.
Als Voraussetzung für die Transfair-Auszeichnung wurde ein Schulteam mit 20 Kindern, Eltern und Lehrern gegründet. Die Mitglieder kümmern sich etwa um den Verkauf von fair gehandeltem Kaffee im Lehrerzimmer. Ein Kioskteam aus der achten und neunten Klasse verkauft in den Pausen Schokoriegel aus dem Weltladen. Die Schulmensa hat sich ebenfalls dem Projekt angeschlossen. Dort gibt es zwei Mal pro Woche ein Essen, das aus fair gehandeltem Reis, Nudeln oder Zucker besteht.
"Wichtig ist uns vor allem, dass die Schüler Spaß an diesem Projekt haben. Fairtrade ist ein sehr ernstes Thema, und wenn man sich damit befasst, stößt man auf viele Informationen, die einem unter die Haut gehen", erklärt Klassenlehrerin Fröhlich. Ihre Schüler seien jetzt gut informiert. Zudem lernten sie, "dass sie etwas tun können, dass sie etwas verändern können". Es gehe um Selbstbewusstsein, Toleranz und um Kommunikation, einen der größten Schwerpunkte der Schule für Gehörlose und Schwerhörige. Und das Projekt Fairtrade soll weitergehen: "Am 25. Mai werden wir beim Weltbürgerfrühstück auf dem Kornmarkt mit einem Stand vertreten sein.", verrät Hanja Fröhlich. "Die Kinder werden einen Schoko-Blindtest anbieten, bei dem man verschiedene Schokoladensorten erschmecken kann." mur

Weitere Informationen zum Projekt und zur Auszeichnung gibt es im Internet im Schülerblog der WHC unter
www.fairtrade-schools.de

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