1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Gutes Mittel gegen leere Kassen

Gutes Mittel gegen leere Kassen

Finanzen

Zum Bericht "Die Rückkehr der Bettensteuer" (TV vom 31. März):

Wenn ich ehrlich bin, kann ich die ganze Diskussion und auch die Aufregung über eine mögliche einzuführende Bettensteuer in der Stadt Trier nicht verstehen! Andere Städte in Deutschland sind bereits mit gutem Vorbild vorangegangen (zum Beispiel Berlin mit der Übernachtungssteuer/City Tax oder die Stadt Köln mit ihrer Kulturförderabgabe). Weltweit nutzen Großstädte dieses Modell. Nun war die verunglückte Bettensteuer 1.0 aus dem Jahr 2012 natürlich schon peinlich genug für die Verantwortlichen der Stadt Trier. Sich aber nun drauf zu beziehen, dass die sogenannten Kurtaxen in anderen Städten eine 100-jährige Tradition genießen und dadurch Probleme bei einer Neueinführung auftreten können, ist der Gipfel. Wenn ein Tourist die Stadt Trier besuchen möchte und dazu einen gewissen Beitrag leisten muss, der eben nicht in die Hotelkasse fließt, wird dies sicherlich keine Auswirkungen auf das Reiseverhalten desjenigen haben. Was ich sagen will: Einem Touristen ist es doch egal, ob er auf seinem Wochenendtrip in die älteste Stadt Deutschlands einen gewissen Prozentsatz oder einen Pauschalbetrag je nach Hotelkategorie (Berlin: 5 Prozent des Nettoübernachtungspreises, Paris: Pauschalbetrag je nach Zahl der Hotelsterne) zahlen muss oder nicht. Er wird sich deswegen nicht gegen einen Besuch in unserer Stadt entscheiden. Und das Hotel: Tja, das kann diese Kosten ja eins zu eins auf den Kunden umlegen. In vielen Städten dieser Welt ist es ein bewährtes und gutes Mittel dazu, leere Kassen aufzufüllen und das Geld in die Tourismusförderung einfließen zu lassen. Die Sorgen eines bürokratischen Monstrums sehe ich nicht.
Vielmehr denke ich, dass das hierzu erforderliche Personal seitens der Stadt durch den entsprechenden Ertrag der City Tax mehr als refinanziert werden kann. Dies müssen die Finanzbehörden klären. Jetzt gilt es, die Sache zügig anzugehen und zu forcieren. Denn 2018 - sprich: das Karl-Marx-Jahr - kommt schnell.
Johannes Tittel
Konz-Könen