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Gymnasiast angeblich zu Drogenkonsum genötigt

Gymnasiast angeblich zu Drogenkonsum genötigt

Haben mehrere vermummte Männer in Traben-Trarbach versucht, einen Gymnasiasten zur Einnahme von Drogen zu zwingen? Das versucht derzeit die Kriminalpolizei Wittlich zu klären.

Traben-Trarbach. (pie/har) Ein Schüler des Gymnasiums Traben-Trarbach ist nach eigener Aussage in der vergangenen Woche auf dem Nachhauseweg von vermummten Männern gestoppt worden. Sie sollen ihm im Bereich der Eichamtsstraße in Traben-Trarbach angeblich ein Tütchen zum Konsum aufgedrängt haben. Was sich in diesem Gratis-Tütchen befunden hat, ist allerdings unklar.

Nach Aussage des Mittelstufenschülers hatten die Männer eine Kapuze über den Kopf gezogen. Zudem sollen sie ein Halstuch vor dem Mund und Handschuhe getragen haben. Sie sollen Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent gesprochen haben und schätzungsweise Mitte 20 sein.

Päckchen trotz Nachsuche nicht auffindbar



Nach dem Vorfall informierte der Jugendliche umgehend seine Eltern. Diese wiederum schalteten gemeinsam mit der Schulleitung des Traben-Trarbacher Gymnasiums die zuständige Kriminalpolizei in Wittlich ein. Schulleiter Heinz Herrmann hat außerdem ein Schreiben an alle Eltern herausgegeben, in dem er vor einer "Gefährdung durch Drogenhändler" warnt und um Sensibilisierung bittet. Im Elternbrief heißt es unter anderem, dass die Schüler grundsätzlich alles dafür tun sollen, um sich in solchen Situationen nicht selbst zu gefährden. Wenn möglich, sollen die Schüler Fotos von den Angreifern machen. Zudem sollen die von Drogendealern angesprochenen Jugendlichen ihnen angebotene Päckchen nicht wegwerfen, sondern entweder zu Hause abgeben oder zur Schule bringen.

Besonders sensibilisiert sind Lehrer, Eltern und Schüler in Traben-Trarbach, weil vor wenigen Wochen im Raum Bernkastel-Kues ein mutmaßlicher Dealer gezielt zahlungskräftige Schüler ausgesucht und sie mit verflüssigtem Heroin, das er als Haschisch-Öl ausgab, abhängig gemacht hat (der TV berichtete).

Der Dealer hatte dazu eigens eine Wohnung unterhalten, um sich dort die Kundschaft heranzuziehen. Die Sache war aufgeflogen, nachdem sich Schüler hilfesuchend an ihre Eltern gewandt hatten. Ob der Vorfall in Traben-Trarbach ähnlich gelagert ist, ist derzeit noch völlig unklar.

Die Kriminalpolizei in Wittlich ermittelt derzeit noch. Fest steht: Der Schüler hat das dubiose Tütchen nach eigener Auskunft sofort weggeworfen. Obwohl Polizeibeamte zügig am angeblichen Tatort eingetroffen seien, sei es nicht mehr auffindbar gewesen, teilt die Polizei mit. Deshalb wird sich nicht feststellen lassen, ob es sich wirklich um Drogen handelte.