Kirche: „Habt Ehrfurcht vor dem Leben!“

Kirche : „Habt Ehrfurcht vor dem Leben!“

Seit 1972 feiern wir in unserer Kirche den ersten Sonntag im Oktober als Erntedanksonntag.

Jahr für Jahr bin ich begeistert, wie grandios und wunderschön manche Kirchen für dieses Fest geschmückt werden. Herzlichen Dank allen, die mit viel Liebe, Geduld und Kreativität die Früchte der Natur so prächtig und abwechslungsreich aufbauen. Angesichts dieser Fülle fällt es vielen Gottesdienstbesuchern leicht, Gott für die vielfältigen Erntegaben zu danken. In solchen Situationen sage ich mir oftmals, was geht es mir doch so gut …

Können Sie diesen Satz auch für sich bestätigen? Fallen Ihnen spontan Dinge in Ihrer Familie, in Ihrem Leben ein, für die Sie Gott dankbar sind?

Wir hier in Deutschland müssen doch selten auf irgendetwas verzichten. Gut, je nach Ernte ändern sich die Preise der landwirtschaftlichen Produkte, aber viele leben doch wahrhaft in einem kleinen Schlaraffenland. Gehe ich über so manchen Wochenmarkt, weiß ich ja manchmal gar nicht, wo ich anfangen soll.

Die Lebenseinstellung des evangelischen Theologen und Arztes Albert Schweitzer hat mich schon immer sehr beindruckt, ich durfte in meiner Heimat eine Schule besuchen, die seinen Namen trug. Von ihm stammt das Zitat: „Habt Ehrfurcht vor dem Leben!“

Die Haltung der Ehrfurcht geziemt dem Menschen an erster Stelle Gott gegenüber – ihm als dem Schöpfer allen Lebens. Somit ist dem Leben, das von Gott kommt, ebenfalls Ehrfurcht zu erbieten.

Schweitzer formuliert den Auftrag an alle, „im wachsenden, im lebenden, im vergehenden Leben Gottes Spur und Handschrift, Gottes Liebe zu sehen.“

Sich die Herkunft des Lebens immer wieder neu bewusst zu machen, dafür ist Erntedank ein sehr guter Anlass. Ich bin sicher, dankbaren Menschen eröffnen sich in diesem Moment vielfältige Aspekte.

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