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Hängepartie geht weiter: Sanierung des Wegs durch das Butzerbachtal bei Kordel verzögert sich

Hängepartie geht weiter: Sanierung des Wegs durch das Butzerbachtal bei Kordel verzögert sich

Der Weg durchs Butzerbachtal bei Kordel bleibt wohl noch längere Zeit gesperrt. Der Ursprungsplan lautete, bis Ende des Monats zumindest die große Hängebrücke zu sanieren. Doch es hat Probleme mit der Ausschreibung gegeben. Nun soll eine große Lösung her. Für die muss jedoch zuerst der Zweckverband Naturpark Südeifel den Weg frei machen.

Kordel/Newel. Was so ein richtiger Wanderer ist, der geht auch im Februar auf Tour. Doch so richtig beginnt die Saison um Ostern herum. So wie es aussieht, wird es auch dann nichts mit einem Marsch durch das Butzerbachtal bei Kordel. Der Weg mit seinen Brücken und Stegen ist seit dem Sommer gesperrt. Und aus den geplanten Sanierungsarbeiten wird vorerst nichts.

Ende Februar. Das war das Ziel von Verbandsgemeinde Trier-Land, von den Ortsgemeinden Newel und Kordel sowie vom Zweckverband Naturpark Südeifel. Kurz nach den tollen Tagen sollte die zweiteilige Hängebrücke im Mittelteil des Eifel-Steig-Abschnitts in Ordnung gebracht sein. Denn diese schwankende Verbindung ist so wie ein anderer Steg und einige in den Hang gebaute Wegstücke nicht verkehrssicher. Das hat ein Gutachter herausgefunden und hat dazu geführt, dass die Strecke gesperrt worden ist (der TV berichtete).300 000 Euro Kosten


Rund 300 000 Euro soll es kosten, alle Schäden zu reparieren. Ein Großteil davon soll der Zweckverband Naturpark Südeifel beisteuern. Für den ersten Bauabschnitt ist sogar schon Geld bereitgestellt worden. Dazu sagt Zweckverbandsgeschäftsführerin Daniela Torgau: "Das Geld stammt aus Landesmitteln, die dem Naturpark für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung gestellt wird."

Dass das Geld derzeit nicht ausgegeben werden kann, hängt also nicht am Geldgeber. Und auch nicht an den beiden Ortsgemeinden oder an der Verbandsgemeinde Trier-Land, die sich ebenfalls finanziell beteiligen. Es liegt offensichtlich einfach daran, dass keine Firma gefunden worden ist, die die Arbeiten ausführen kann. Dazu Johanna Fox, Pressesprecherin der VG: Es habe zwei Angebote gegeben. Diese seien durch ein Fachbüro fachtechnisch und wirtschaftlich geprüft worden. "Die Prüfung der Kostenrechnung ergab, dass die Angebote nicht wirtschaftlich sind", sagt Fox. Deshalb musste der Haupt- und Finanzausschuss Trier-Land die Ausschreibung aufheben. Denn die öffentliche Hand darf keine Aufträge vergeben, wenn diese nicht auskömmlich sind.

Und was nun? Es gibt einen neuen Plan: Die Sanierung des Wegs soll in einem Rutsch durchgezogen werden. Klingt einfach, bedarf jedoch noch einiger Voraussetzungen. Denn eine neue und umfangreichere Ausschreibung will die Verbandsgemeinde Trier-Land nur dann angehen, wenn der Zweckverband auch für den zweiten Teil der Arbeiten einen Zuschuss in Aussicht stellt. "Die Zweckverbandsversammlung wird voraussichtlich bei ihrer Sitzung am 7. März über das Thema sprechen", sagt Torgau.

Sollte sich der Zweckverband für weitere Hilfe entscheiden, stehen Gespräche mit dem zuständigen Ministerium an. Denn die für das Butzerbachtal vorgesehene Summe ist so hoch, dass der Zweckverband diese auf zwei Haushaltsjahre verteilt. Einen auf 2016, einen auf 2017. Dies geht jedoch nur dann, wenn das Ministerium erlaubt, dass auch der Anteil fürs kommende Jahr in diesem Jahr ausgegeben wird.

Liegt diese Erlaubnis vor, kann die VG mit ihrer Ausschreibung loslegen. Und darauf hoffen, dass sich in der zweiten Runde jemand findet, der die Arbeiten auch ausführt. Damit der Weg dann irgendwann wieder erwandert werden kann.Meinung

Ernüchternd
Alle haben alles richtig gemacht. Und funktioniert hat am Ende nichts. Zwei Firmen geben Angebote ab, die Hängebrücke im Butzerbachtal bis Ende Februar zu sanieren. Doch beide Angebote werden nach der Prüfung durch ein Fachbüro nicht gewertet. Aus der schnellen Wiedereröffnung des Wegs unweit der Burg Ramstein wird also nichts. Das ist schade. Denn das kurze Wegstück ist überregional bekannt. So bekannt, wie wohl nur wenig andere Sehenswürdigkeiten in der Region. Dass der Weg gesperrt bleibt, ist keinem der beteiligten Akteure anzulasten. Sowohl die Kommunen als auch der Zweckverband haben ihre Hausaufgaben zeitnah agiert. Doch das war nicht genug. Der Weg ist und bleibt gesperrt, weil er zu gefährlich ist. Nun soll die große Lösung her, bei der der Weg komplett saniert wird. Ob das eher Aussicht auf Erfolg hat? Man darf pessimistisch sein. Denn die Zahl der Firmen, die diese Aufgabe in schwierigem Gelände ausführen können, wird überschaubar sein. Und zwei dieser Firmen haben bereits einmal gezeigt, dass ihre Gebote nach Meinung des Fachbüros so nicht hinhauen. h.jansen@volksfreund.de