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Trierisch balaawern: Häring und Hannes

Trierisch balaawern : Häring und Hannes

Dass Menschen unterschiedlichen Körperbau-Typen angehören, und dass das genetisch bedingt ist, wissen wir. Manche sind gedrungen und untersetzt (pyknisch), andere dagegen schmalwüchsig und schlank (leptosom), wieder andere schwer und athletisch.

Da kann man gar nichts dagegen machen.

Deshalb ist es auch gemein, jemanden wegen seine besonderen Größe, seiner Zierlichkeit oder seiner wuchtigen Gestalt zu hänseln, als ob es sich dabei um eine schlechte Angewohnheit handele. Wer Höflichkeit und Anstand besitzt, tut das nicht.

Es gibt aber auch sehr viele Zeitgenossen, die sich nicht so besonders an Höflichkeit und Anstandsregeln halten. Auch in Trier! Für diese Gruppe veröffentliche ich heute unter schweren persönliche Bedenken eine Liste der einschlägigen Schimpfwörter aus der Trierer Mundart, mit denen man sich über Leute mit körperlichen Auffälligkeiten lustig machen kann.

Für kleine Personen: Zwiewel, Grommber, Foorzknoden, Kobb-Aorsch-Bodem, laufende Meder, und Deimerling, für große Personen: Gaoges, Geschoss, Lulatsch, Buunestang, Ladd, lang Lassder und Larjes, für sehr magere Personen: Häring, Schleider, Faodem und Striezerd und für stämmige Personen: Knubben, Stobben und Hannes.

Mir ist klar, dass die Veröffentlichung dieser Schimpfwörter gesellschaftspolitisch nicht korrekt ist, und dass sie Minderheiten in unverantwortlicher Weise diskriminiert. Ich bitte dennoch alle irgendwie Betroffenen, ausnahmsweise von juristischen Konsequenzen mir gegenüber abzusehen.

Weitere Kolumnen finden Sie im Buch „Platt ist nicht platt“ von Horst Schmitt, Verlag Michael Weyand, 14,95 Euro.