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Häuslebauer vor Herausforderungen

Häuslebauer vor Herausforderungen

Experten aus der Immobilien- und Baubranche haben im Rahmen eines Vortragsabends der Sparkasse Trier Hausbesitzer über Möglichkeiten des zukunftsweisenden Bauens und Sanierens informiert. Demografischer Wandel und Preissteigerungen auf dem Energiemarkt werden die Art des Bauens maßgeblich verändern.

Trier. Heutige und künftige Hausbesitzer hatten die Möglichkeit, sich zu informieren, was Bauen und Sanieren in der Zukunft ausmachen wird. SWR-Wirtschaftsredakteur Gerhard Hohmann führte durch den Abend.

Wohnen in der Region: Mehr als eine Million Wohngebäude gibt es in Rheinland-Pfalz, 75 Prozent davon sind älter als 25 Jahre und somit sanierungsbedürftig. Allein in Trier sind es momentan 14 900 Häuser, die modernisiert werden müssen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf ihren Energieverbrauch. "Es ist eine Binsenweisheit, dass die Energiekosten weiterhin steigen werden", sagt Max Aigner, Vorstandsvorsitzender der LBS Rheinland-Pfalz.

Demografische Entwicklung der Region:
Im Zuge des demografischen Wandels wird die Bevölkerung nicht nur schrumpfen, sondern auch überaltern. "In zehn Jahren wird jeder Zehnte in der Region über 60 Jahre alt sein", erläutert Manfred Bitter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier. Diese Entwicklung stellt besondere Anforderungen an ÖPNV, Infrastruktur und den Wohnungsmarkt. Allerdings hat Trier eine gute demografische Prognose - ein Bevölkerungszuwachs von vier Prozent wird erwartet. Dagegen steht dem Vulkaneifelkreis ein Schwund von zwölf Prozent bevor.

Herausforderung barrierefreies Wohnen: Ältere und pflegebedürftige Menschen haben besondere Bedürfnisse. Beim barrierefreien Ausbau steckt der Teufel im Detail. Stufen vor dem Hauseingang können zu unüberwindlichen Hindernissen werden, gleichermaßen gilt es auf Treppen- und Türbreiten zu achten. Bislang ist landesweit jede 100. Wohnung barrierefrei ausgebaut.

Energetische Sanierungsmaßnahmen:
Neben dem altersgerechten Wohnen wird in Zukunft auch der Energieverbrauch eines Hauses eine große Rolle spielen. Zwischen 2005 und 2009 sind allein die Heizkosten um 30 Prozent gestiegen. Einfache energetische Umbaumaßnahmen versprechen eine Einsparung von bis zu 85 Prozent. "Allerdings ist hier auch immer nach der Verhältnismäßigkeit zu fragen. Denn die Kosten einer solchen Sanierung steigen nicht linear, sondern exponentiell", sagt Jan Eitel, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Petrisberg GmbH.

Zukunftsweisendes Bauen: Dass nicht nur Neubauten in die Zukunft des Wohnens führen, sondern auch Altbauten umgerüstet werden können, zeigt das Beispiel Bobinet-Gelände. Hier baut die Entwicklungsgesellschaft Petrisberg 330 Wohnungen. Dafür werden die früheren Produktionshallen genutzt und auf den gleichen energetischen Stand wie ein Neubau gebracht. "Da kommt heute kein Bauträger mehr dran vorbei", sagt Eitel.