Halle am Bach in Trier für Benutzung gesperrt

Kostenpflichtiger Inhalt: Karnevals- und Theatergesellschaft : Die Halle am Bach in Trier Heiligkreuz ist dicht

Seit vielen Jahren finden in der im Trierer Stadtteil Heiligkreuz liegenden Halle am Bach Veranstaltungen statt. Unter anderem die der Karnevals- und Theatergesellschaft Trier-Süd 1923. Damit ist vorerst Schluss.

Die Termine für Weihnachtsmärchen, Ordensfest und Kinderkappensitzung stehen bereits fest. Ob diese Veranstaltungen der Karnevals- und Theatergesellschaft Trier-Süd jedoch wie geplant in der Halle am Bach unweit der Kleingartenanlage Tempelbezirk stattfinden können, ist derzeit fraglich. Denn die Stadtverwaltung Trier hat die im Stadtteil Heiligkreuz gelegene Halle für Veranstaltungen gesperrt. Der Clubabend des Vereins in der vergangenen Woche musste deshalb bereits abgesagt werden. Gleiches gilt für eine Ende des Monats geplante 80er-Jahre-Fete.

Die Sperrung der Halle kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist das Ergebnis eines längeren Prozesses. Nach Auskunft von Rathaussprecher Michael Schmitz hatte die Stadtverwaltung bereits vor rund einem Jahr die Verantwortlichen der Karnevals- und Theatergesellschaft Trier-Süd 1923 auf fehlende Genehmigungsunterlagen hingewiesen und diese eingefordert. Dabei geht es unter anderem um einen Nachweis darüber, dass die Dachkonstruktion den statischen Anforderungen entspricht. Dieser Nachweis sei Voraussetzung für eine Baugenehmigung. Denn auch diese ist nicht vorhanden. Da trotz mehrere Gespräche die notwendigen Unterlagen bisher nicht vorgelegen hätten, habe die Verwaltung nun eine weitere Nutzung untersagt.

Baudezernent Andreas Ludwig hat am Montag erneut den Kontakt zur Vereinsführung gesucht. „Mir ist daran gelegen, möglichst rasch zu einer Lösung zu kommen“, sagt er. Diese werde es jedoch nur dann geben, wenn die entsprechenden Unterlagen vorlägen. Ludwig ist zuversichtlich, dass die ebenfalls zu klärenden brandschutztechnischen Fragen zufriedenstellend beantwortet werden können.

Auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds will sich Herrmann Bönsel, Geschäftsführer der KG Trier-Süd, öffentlich nicht zum Thema Halle am Bach äußern. Er verweist vielmehr auf eine geplante Vorstandssitzung. Erst danach werde es eine Stellungnahme des Vereins geben. Laut Medienbericht haben die Mitglieder des Vereins vor einigen Tagen bei einer Versammlung beschlossen, einen Bauantrag für die Halle zu stellen. Zudem sollen die Vorbereitungen für die Session 2019/20 weitergehen.

Das Fehlen der Unterlagen hat historische Gründe. Die Anfänge der Halle liegen nämlich schon viele Jahre zurück. 1971 kaufte die Karnevals- und Theatergesellschaft Trier-Süd 1923 der Trier-Wester Pfarrei St. Simeon ihre Notkirche ab, die nach Fertigstellung des Kirchen-Neubaus ausgedient hatte. Abgebaut und auf die andere Seite der Mosel transportiert, erhielt das frühere Behelfs-Gotteshaus eine völlig neue Bestimmung. Im antiken Tempelbezirk am Heiligkreuzer Altbach errichtete die KG Trier-Süd ihren eigenen Tempel. 7000 Arbeitsstunden investierten damals fleißige Helfer, um die Ex-Notkirche an eine ehemalige Baracke anzubauen, die der Verein ebenfalls 1971 erworben hatte.

Die Karnevals- und Theatergesellschaft Trier-Süd ist nicht der erste Karnevalsverein in der Stadt, der plötzlich ohne Veranstaltungsort dasteht. 2018 stand der Karnevalsgesellschaft Onner Ons die Alte Färberei in Trier-Euren aufgrund von Terminüberschneidungen nicht zur Verfügung. Die Folgen waren eine abgespeckte Session und ein Umzug nach Trier-Nord. Die City Hall des Fourside Plaza im IAT-Tower wurde zur neuen Residenz. Rund 40 Jahre nach dem ersten Umzug in das damalige Hotel Holiday Inn im Trierer Norden.