Haltestelle an der Zementbrücke?

Haltestelle an der Zementbrücke?

SCHWEICH. In die Machbarkeitsstudie für die Neugestaltung des Schweicher Bahnhofs soll neben einer Umgestaltung des jetzigen Bahnhofsbereichs auch eine völlig andere Variante einfließen: ein neuer Haltepunkt in Höhe der Zementbrücke.

Am Schweicher Bahnhofsgebäude, dem Vorplatz und der Zufahrtsstraße hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Alles ist so heruntergekommen, dass für Bahnreisende ausgerechnet der erste Eindruck der Moselstadt auch der schlechteste ist, den sie überhaupt bekommen können. Das soll sich nach dem Willen des Stadtrats möglichst bald ändern. Deshalb wurde Planer Rolf Schuh mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die - erst einmal unabhängig von der Geldfrage - untersucht, wie Bahnhof und Areal kundenfreundlicher gestaltet werden können. Berücksichtigt wird in diesem Konzept auch eine Alternative, die schon in der Vergangenheit diskutiert wurde, aber mit dem Bau der Ortsentlastungsstraße eine neue Qualität gewinnt: eine neue Haltestelle an der Zementbrücke. Statt für teures Geld von der Bahn eine marode Straße und Grundstücke zu kaufen, habe diese Lösung entscheidende Vorteile, sagt die CDU-Fraktion. Die über die neue Umgehung bestens angeschlossene Zementbrücke könnte als Zugang zum Bahnsteig über Treppe und Aufzug genutzt werden und es gäbe mehr Parkplätze als am jetzigen Bahnhof. Die Stadt hätte ihr Bahnhofsproblem gelöst, und die "unflexible" Bahn hätte dann die alleinige Verantwortung für die Zustände am Bahnhof, sagte CDU-Ratsmitglied Werner Fehmer jüngst im Stadtrat. "Die Zentralität ist nicht schlechter als vorher und die Grundstücksfrage bei den Parkplätzen dürfte kein Problem sein", kann Stadtbürgermeister Vitus Blang der Zementbrücken-Variante durchaus Vorteile abgewinnen. Es müssten aber alle Varianten beleuchtet und abgewogen werden, auch bezüglich der Zuschüsse. "Bei der Zementbrücke reden wir von mehreren Millionen", ist Planer Rolf Schuh überzeugt. Dennoch wird diese Lösung in seiner Machbarkeitsstudie untersucht, ebenso wie zwei bis drei Alternativplanungen für den bestehenden Bahnhofsbereich. Für die barrierefreie Anbindung eines Mittelbahnsteigs an der Zementbrücke reiche zwar ein Aufzug, meint Schuh (am alten Bahnhof wären zwei erforderlich), aber man müsse die Gleise verlegen. "Dadurch müsste man den Bahnbetrieb für Wochen lahm legen." Bis zum Jahresende will der Planer seine Studie vorlegen; dann beginnt die Diskussion in den politischen Gremien und das Abklopfen von Zuschüssen. Bis zu 85 Prozent der Kosten könnte das Land übernehmen, wobei möglicherweise die Zuschüsse erst so spät fließen, dass die Stadt Schweich vorfinanzieren müsste. Für den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV) ist erst einmal vordringlich, dass die Busanbindung verbessert wird und Park- und Ride-Plätze geschaffen werden. Die Zementbrücke werde in die Untersuchungen einfließen, verspricht Sprecher Sven Kleine.

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