Handschellen schnappen seltener zu

Handschellen schnappen seltener zu

Die Kriminalität ist auf dem großen Gebiet der Polizeiinspektion (PI) Schweich weiter rückläufig: 2010 hatten die Schweicher Beamten 2426 Fälle bearbeitet, 2011 waren es 2232. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Die Aufklärungsquote bleibt mit 61,6 Prozent fast konstant.

Schweich/Waldrach/Kordel. Einbrüche in Privatwohnungen und brutale Gewalt auf offener Straße beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung am nachhaltigsten. Nach Wohnungseinbrüchen leiden Betroffene meist weniger unter dem materiellen Schaden als unter den psychologischen Folgen - dem Verlust des Sicherheitsgefühls in den eigenen vier Wänden. In der nun vorgestellten Kriminalstatistik 2011 der Polizeiinspektion (PI) Schweich spielen diese beiden Deliktformen - rein zahlenmäßig betrachtet - jedoch nur eine untergeordnete Rolle.
Insgesamt 24-mal mussten die Schweicher Beamten 2011 wegen gefährlicher Körperverletzung (mehrere Täter schlagen gemeinsam zu oder es sind Waffen im Spiel) auf Straßen und Plätzen ermitteln. 79,2 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. Im Vorjahr hatte es 31 Gewaltakte dieser Art in der Öffentlichkeit gegeben.
"Örtliche Schwerpunkte gibt es bei uns für diese Taten nicht. Auslöser sind eher typische Umstände, etwa am Rande von großen Volksfesten, wobei dann der Alkohol eine wesentliche Rolle spielt", erklärt Harald Licht, Leiter der PI Schweich. Die Gesamtzahl aller Körperverletzungsdelikte (einfache und schwere Körperverletzung) glich 2011 mit 306 Fällen dem Vorjahr mit 320 Taten. Die Aufklärungsquote blieb mit 96,7 Prozent konstant hoch.
Die Zahl der angezeigten einfachen Diebstähle fiel von 514 auf 488 im Jahr 2011 - 49,2 Prozent wurden aufgeklärt. Meist griffen die Langfinger in Geschäften zu. PI-Leiter Licht: "Die Dunkelziffer ist dort allerdings hoch." Zum typischen "Musterverbrechen" zählt in den Augen der Bürger noch immer der Wohnungseinbruch. Die PI Schweich meldet hierbei "einen erfreulichen Rückgang, der sich auch 2011 fortsetzte". 2009 wurden noch 49 Fälle registriert, 2010 waren es 31 und 2011 noch 24 Fälle. In Schweich nicht erfasst sind allerdings die Tageseinbrüche - sie werden zentral im Trierer Präsidium bearbeitet, da am Tage meist "reisende Profitäter" am Werk seien. Auch Sexual- und Umweltstraftaten sowie schwere Rauschgiftkriminalität (etwa professioneller Handel) werden von der PI Schweich nicht regis triert. Für diese Fälle ist jeweils ein Fachkommissariat bei der Kriminaldirektion Trier zuständig. Im Bereich der einfachen Rauschgiftkriminalität (Mitführen von kleinen Mengen) hat die PI Schweich im vergangenen Jahr 44 Fälle (2010: 79 Fälle) erfasst. Teuer, ärgerlich und nicht abzustellen sind mutwillige Sachbeschädigungen, im Volksmund "Vandalismus". 351 im Jahr 2011 registrierte Taten entsprechen fast genau dem "Vorjahresergebnis". Meist waren wieder geparkte Autos das Ziel. Leicht gestiegen ist mit 34 Prozent die nach wie vor niedrige Aufklärungsquote. Licht: "Selten haben wir dazu Zeugen."Extra

Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion (PI) Schweich umfasst die Trierer Stadtteile Quint, Ehrang, Biewer, Pfalzel und Ruwer-Eitelsbach, die Stadt Schweich und die gesamte Verbandsgemeinde Schweich sowie Teile der Verbandsgemeinde Trier-Land mit den Gemeinden Aach, Kordel, Newel, Welschbillig und Zemmer sowie Teile der Verbandsgemeinde Ruwer mit den Orten Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Morscheid und Riveris. In dem rund 330 Quadratkilometer großen Bezirk wohnen rund 64 000 Einwohner. f.k.

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