Hanspitt Weiler (SPD) hat in Heiligkreuz Theo Wolber (CDU) als Ortsvorsteher abgelöst. Sein wichtigstes Projekt zielt auf einen besseren Zusammenhalt im Stadtteil.

Kommunalpolitik : „Ich beklage nichts, ich sehe Verbesserungsmöglichkeiten“ - Neuer Ortsvorsteher von Heiligkreuz im TV-Interview

Die neuen Trierer Ortsvorsteher im Interview: Hanspitt Weiler (SPD) hat in Heiligkreuz Theo Wolber (CDU) abgelöst. Sein wichtigstes Projekt zielt auf einen besseren Zusammenhalt im Stadtteil.

Neben der Kommunalpolitik ist Hanspitt Weiler als ehrenamtlicher Richter tätig und Präsident der Trierer Viezbruderschaft. Er spielt leidenschaftlich Boule. Sein größtes Hobby aber ist sein Hund Fritz. Der 70-Jährige ist studierter Marketingberater, verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

Was ändert sich in Heiligkreuz?

Hanspitt Weiler: „Besonders wichtig ist mir eine transparente Amtsführung als Ortsvorsteher und im Ortsbeirat. Was passieren muss, ist, dass die Heiligkreuzer viel mehr über die Arbeit im Ortsbeirat wissen, ihre Anlaufstellen kennen und sich dadurch wesentlich stärkerer Zusammenhalt entwickelt.“

Wie wollen Sie das erreichen?

Weiler: „Zum Beispiel, indem ich Einladungen zu Ortsbeiratssitzungen veröffentliche und Einwohnerfragestunden vor jeder Sitzung einführe. Die Leute müssen ihre Anregungen mitteilen können. Ich werde eine wöchentliche Sprechstunde anbieten und dafür sorgen, dass die Protokolle der Sitzungen veröffentlicht werden, damit nachvollziehbar ist, was beschlossen wird, welche Meinungen es gibt und an welchen Projekten der Ortsbeirat arbeitet. Und ich will mit dem Ortsbeirat ein klares und nachvollziehbares Projektmanagement einführen.“

Das sind eine Menge organisatorischer Änderungen – was haben Sie inhaltlich vor?

Weiler:  „Der Ortsbeirat soll Ideen entwickeln,  wie sich Alt- und Neuheiligkreuzer besser begegnen können, und Plattformen zum gegenseitigen Kennenlernen schaffen. Mir schwebt vor, dass wir bestehende Veranstaltungen fördern und weiterentwickeln, die Hexennacht der Grundschule zum Beispiel könnte man um eine Maifeier erweitern.“

Welche Themen werden Ihre Amtszeit außerdem voraussichtlich prägen?

Weiler: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass gemeinsam mit der Verwaltung für Heiligkreuz ein Radwegkonzept entwickelt wird, wobei das Hauptaugenmerk auf dem schwächeren Verkehrsteilnehmer liegt. Bisher gibt es da einen Flickenteppich, Radwege beginnen und enden oft im Nichts. Es muss mal ein Plan her. Dann werden wir kritisch die Entwicklung auf dem Brubacher Hof beobachten – es gibt keine alternative Verkehrswegeplanung, kommt das Baugebiet, fahren alle neuen Bewohner durch unseren Stadtteil. Und dann ist ja gerade der Fertigstellungstermin für die Integrierte Gesamtschule auf Ende Februar 2020 verschoben worden. Wir werden im Blick behalten, dass das auch passiert.

Ein weiteres Thema: Gehbehinderte, Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und ältere Menschen sind immer noch von der Benutzung des Südbahnhofs ausgeschlossen, da dieser nur über eine Treppe mit über 30 Stufen erreichbar ist. Das ist eine völlig unzufriedenstellende Situation. Dabei ist es im Rahmen des Regionalbahnkonzeptes vorgesehen, dass der Haltepunkt Trier-Süd verstärkt eingebunden wird. Im Rahmen des Bürgerhaushalts hatte ich bereits in 2009 den Vorschlag an die Verwaltung gemacht, mit der Deutschen Bahn zu verhandeln, um einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof Trier-Süd zu ermöglichen. Hier muss jetzt schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden, und ich rechne sehr mit der Kooperation und Unterstützung des Ortsbeirats und der Ortsvorsteherin von Trier-Süd."

Sie haben nun viele Aspekte beklagt, bei denen Sie Änderungsbedarf sehen – wird es in Heiligkreuz auch Kontinuitäten  geben?

Weiler: „Ich beklage nichts, ich sehe Verbesserungsmöglichkeiten, und die will ich nutzen. Ich möchte die parteiübergreifende gute und harmonische Zusammenarbeit im Ortsbeirat fortführen. Nur, wenn das funktioniert, können wir Projekte voranbringen.“

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