Harte Zeiten für die Trierer SPD

Harte Zeiten für die Trierer SPD

Friedel Jaeger hört auf. Der SPD-Fraktions-Chef im Stadtrat will nicht nur die Führungsrolle abgeben, sondern zur Kommunalwahl 2009 erst gar nicht mehr antreten. Vom Aufbau eines starken Nachfolgers, mit dem man immerhin schon 2004 beginnen wollte, ist bisher jedoch nichts zu sehen.

Trier. (jp) Die SPD Trier gehörte zu den klaren Verlierern der Kommunalwahl 2004. Entsetzt mussten die Genossen am Wahlabend im Juni verfolgen, wie ein Debakel das nächste jagte. In einigen Wahlbezirken der Innenstadt fielen sie sogar hinter die Grünen zurück.Das Endergebnis war vernichtend: 21,9 Prozent und elf Sitze im Stadtrat. Zum Vergleich: Die Grünen belegen neun, die UBM acht, die FDP drei, die CDU 21.

Die gebeutelte SPD rief anschließend eine komplette Neuorientierung aus. Diese begann mit der Inthronisation von Malu Dreyer.

Auf einem Parteitag im Januar 2005 wurde die Ministerin mit 100 Prozent der Stimmen zur neuen Vorsitzenden der SPD Trier gewählt und euphorisch gefeiert.

"Neue Kraft" stand damals auf dem SPD-Transparent über dem Eingang des Awo-Gästehauses Gillenbachtal. Aber: "Zaubern kann sie auch nicht", mahnte damals der scheidende Christoph Grimm. "Politik ist ein Mannschaftssport."

Jetzt stellt sich die Frage, in welcher Formation diese Mannschaft spielen wird und wer die Rolle des Kapitäns übernimmt. Jaegers Stellvertreter Peter Spang ist nicht wie 2004 prognostiziert in die Rolle des neuen starken Mannes hineingewachsen. Jaeger selbst blieb bei den entscheidenden Themen der Wortführer, schließt aber eine Verlängerung oder auch nur eine weitere Mitarbeit in der Fraktion kategorisch aus.

Die Suche nach einem neuen Chef ist dabei noch nicht einmal das größte Problem der SPD. Sie hat noch knapp 17 Monate Zeit, Themen und Vorgehensweisen zu finden, um die 2004 verlorenen Sitze wieder zurückzuerobern.

Malu Dreyer und Friedel Jaeger stellen sich den Fragen des TV und sprechen offen über den Fahrplan vor der Kommunalwahl, neue Marschrichtungen und die Probleme bei der Suche nach einem neuen Fraktions-Chef - oder einer Chefin.

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