Harter Kampf am Heiratsmarkt

Komik, Ironie und Gesellschaftskritik verstecken sich in Jane Austens bekanntem Werk "Pride and Prejudice". Eine Herausforderung für jede Theatergruppe, welche die "English Drama Group" bei ihren Auftritten im kleinen Saal der Tufa hervorragend meisterte.

Trier. Die Aufführung ist ausverkauft, eine Schlange von Leuten wartet auf übrig gebliebene Karten - über mangelnde Aufmerksamkeit konnte sich die "English Drama Group Trier" wahrlich nicht beklagen. Am Sonntag hat die Truppe im kleinen Saal der Tufa ihre vorerst letzte Aufführung in englischer Sprache des Jane Austen-Klassikers "Pride and Prejudice" (deutsch: Stolz und Vorurteil) gegeben - und bewies dabei, dass der Rummel gerechtfertigt ist.

Die Geschichte der Familie Bennet klingt zunächst nicht gerade spannend: Die fünf Töchter sollen verheiratet werden, möglichst schnell und möglichst reich.

Doch als die wohlhabenden Junggesellen Bingley und Darcy in der Nachbarschaft auftauchen, gerät alles durcheinander - vor allem die Gefühlswelt der Protagonisten.

In der Interpretation dieser Ereignisse der "English Drama Group" stimmte einfach alles: durch die Bank gute Schauspieler, von denen jeder passend besetzt war, authentische Kostüme und selbst die Balltänze, die mit einer Selbstverständlichkeit vorgetragen wurden, als wären sie heute noch gang und gäbe.

Doch auch innerhalb dieser guten Besetzung stachen einige Schauspieler noch besonders hervor: Victoria Bützler trug als übereifrige Mutter Bennet große Teile des Stücks, während Manuel Anghel den überheblichen und schmierigen Mr. Collins überzeugend und doch mit einem Augenzwinkern spielte. Besonders schön war Annika Toll als Caroline Bingley zu beobachten, die der sonst meist eindimensional dargestellten, immer-nörgelnden Nebenbuhlerin um die Gunst Darcys Witz und Leidenschaft verlieh.

Entsprechend begeistert waren selbst die Jüngsten im Publikum. So wie die zehnjährige Julia, die gar kein Englisch spricht: "Aber ich konnte dennoch viel verstehen, es war sehr lustig!"

Wer keine Karte mehr ergattern konnte, hat nun Grund zur Hoffnung: Motiviert durch den Erfolg sind weitere Auftritte in Vorbereitung, sagt Regisseur Christoph Nonn. "Wir müssen zwar noch die Räume abklären, sind aber sehr optimistisch, dass es im Februar noch vier weitere Aufführungen geben wird." Informationen gibt es unter www.englishdrama-trier.de