Haus für Kinder nimmt Gestalt an

Trier · Ein schönes Osterei legt sich der Kinderschutzbund (KSB) dieses Jahr ins Nest: Nach dreijährigen, nervenaufreibenden Vorarbeiten gab es den ersten Spatenstich für das künftige Haus des Kinderschutzes.

Erster Spatenstich mal ganz anders: Für „Meine Burg“ nahmen nicht Politiker und Offizielle das Werkzeug in die Hand, sondern Kinder. TV-Foto: Friedemann Vetter

Damit entsteht nach der Villa Kunterbunt für schwerstkranke Kinder und dem Hospizhaus zum dritten Mal aufgrund einer Benefiz-Aktion der TV-Leser ein großes Bau-Projekt für einen sozialen Zweck. Die Arbeit des Kinderschutzes in der Region soll auf stabile Füße gestellt, und die Rahmenbedingungen für betroffene Kinder sollen verbessert werden.

Fast 300 000 Euro, etwa ein Drittel der Gesamtkosten, war durch die Aktion "Meine Burg" bis März 2007 zusammengekommen. Dem Kinderschutzbund gelang es, mit der Pfarrgemeinde St. Paulin einen Partner zu finden und weitere Stiftungen und Sponsoren zu gewinnen. So wie die Trierer Firma Alwitra, die dafür sorgt, dass die Burg überdacht wird. "Wir wollen zeigen, dass wir uns sozial engagieren", sagt Alwitra-Sprecher Patrick Börder und erntet damit Zustimmung bei dem gleichfalls engagierten Unternehmer Wolfgang Scholtes.

Der Kinderschutzbund-Vorsitzende Bruno Worst hofft, dass sich weitere einheimische Firmen dem Vorbild anschließen. Und er ist sichtlich erleichtert, dass die Arbeiten endlich beginnen. "Das sind Freudentränen des Himmels", kommentiert er augenzwinkernd die anhaltenden Regenfälle.

Bauplanung sorgte für Probleme



Nicht nur die Finanzierung, vor allem die Bauplanung war ein ständiger Quell von Problemen. Dabei hatte Architekt Helmut Moersdorf schon vor fast zwei Jahren einen Plan vorgelegt, der im Wesentlichen der jetzigen Realisierung entspricht: Zwei mit einer Glasfuge verbundene Baukörper, zunächst ein großzügig dimensioniertes "Kinderhaus" mit Räumen für Toben, Spielen, Basteln und Musizieren und daneben ein kleinerer Büro-Trakt.

Doch die Planung geriet in die Mühlen der städtischen Bürokratie. Dem Architekturbeirat gefiel das Konzept nicht, die Baugenehmigungen ließen lange auf sich warten, schließlich dräuten auch noch antike Funde. Man verlor fast ein Jahr, fühlte sich mit seinem gemeinnützigen Projekt von der städtischen Bauverwaltung alles andere als unterstützt.

Doch der Ärger ist nun Vergangenheit. Die Arbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei neben der Kirche St. Paulin können beginnen, pünktlich zum 25. Geburtstag des Trierer KSB am 1. April.