Hausgemachte Fehler der Vergangenheit

Hausgemachte Fehler der Vergangenheit

Leserbrief zum Artikel "Gemeinden in der Schuldenfalle" (TV vom 15. August):

"Keine Chance mehr, die Schulden zu mindern", beklagt der Konzer Bürgermeister Winfried Manns die Schuldenlage der Gemeinden. Aber sind nicht alle Schulden auch ein klein wenig hausgemacht? In der Vergangenheit wurde teilweise nicht gekleckert, sondern geklotzt, mit dem Argument, wenn wir dieses oder jenes Projekt nicht jetzt angehen, bekommen wir diesen oder jenen Zuschuss, sei es vom Land, vom Bund oder gar von der EU, nicht, und dieses Geld wollte man sich dann aber auch nicht entgehen lassen. Und diese Fehler sind für die Zukunft schon wieder geplant. Da frage ich mich, lernen unsere komunalen Politiker nichts dazu? Tja, wenn alle Stricke reißen, dann kann man sich ja in ein Parlament wählen lassen oder bei der EU einen Posten annehmen. Und die Schulden bleiben in der Gemeinde. Spare in der Zeit, so hast du in der Not, sollten sich unsere Politiker und Amtsträger auf die Fahnen schreiben. Das bedeutet nicht, dass man unsere Region zur Diaspora verkommen lassen soll, doch wenn man etwas plant und durchzieht, soll man auch an die Folgekosten denken. Einfach mal früher an später denken. Sich im selben Atemzug über leere Haushaltskassen und entgangenen Einnahmen aus der Lohnsteuer zu beklagen, ist schon fast realitätsfern. Denn erstens werden Gelder, die vom Bund, Land oder EU kommen, auf die Einwohnerzahl bezogen und nicht auf lohnsteuerzahlende Vollwertbürger, und zweitens, Herr Manns, wären diese Grenzgänger, die in Luxemburg ihre viel geringere Lohnsteuer zahlen und in Deutschland wohnen, nicht da, würden viele Gemeinden weder Baugrundstücke verkaufen, noch wäre die Kaufkraft vorhanden, um darauf Häuser zu bauen oder Dinge des täglichen Lebens zu kaufen, die ja auch wieder nicht gerade unerheblich Steuern in die Kasse bringen und Leute in Lohn und Brot setzten. Also Herr Manns, machen Sie ihre Hausaufgaben, und wir Grenzgänger besorgen ihnen zusätzliche Steuereinnahmen. Das Argument mit der Sach- und Personalkosteneinsparung finde ich einen Gedanken wert, aber erst wenn Sie ihre Arbeit ordentlich erledigt haben. Wenn man mit einem Finger auf einen anderen zeigt, weisen drei Finger auf einen selbst. Peter Kühn Temmels

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