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Haushalt in der VG Trier-Land: Das sind die wichtigsten Investitionen

Haushaltsplan 2022/2023 : Hier investiert die Verbandsgemeinde Trier-Land in den kommenden Jahren

Neben der Corona-Pandemie drückt die Hochwasserkatastrophe auf den Haushalt der Verbandsgemeinde Trier-Land. Dennoch sind Investitionen in Höhe von fast acht Millionen Euro geplant. Der größte Posten ist der Kauf des Gebäudes der Landwirtschaftskammer in Trier.

Corona-Pandemie, Hochwasserkatastrophe und Inflation prägen die Haushaltsplanung der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land: Bürgermeister Michael Holstein rechnet damit, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch in den nächsten drei bis vier Jahren zu Einnahmeausfällen der VG führen werden. Zudem habe die Hochwasserkatastrophe die Lage weiter verschärft. Bei der öffentlichen Infrastruktur sei mit Schäden in Höhe von 15 Millionen Euro zu rechnen.

Das sind die wichtigsten Investitionen der kommenden zwei Jahre

Dennoch plant die VG, rund 7,9 Millionen Euro an Investitionen. Bürgermeister Michael Holstein sagt: „Um dies zu finanzieren, müssen wir für beide Jahre zusammen rund fünf Millionen Euro an Krediten aufnehmen.“

Der größte Posten im Haushaltsplan betrifft die Verwaltung selbst: Die soll nämlich ein neues Verwaltungsgebäude bekommen. Seit den 1980er-Jahren arbeitet die Verwaltung in einem mittlerweile sanierungsbedürftigen Haus in der Gartenfeldstraße in Trier. Doch nicht alle Mitarbeiter passen in das Haus hinein. Der VG-Rat hat sich nun dafür entschieden, das Nachbargebäude zu kaufen. Derzeit befindet das ebenfalls sanierungsbedürftige Haus in der Gartenfeldstraße 12a noch im Besitz der Landwirtschaftskammer. Die plant aber den Auszug (der TV berichtete).

Laut Bürgermeister Michael Holstein zielt der Kauf darauf ab, in der Gartenfeldstraße eine Verbandsgemeindeverwaltung für die Zukunft aufzubauen. „Wir wären dann endlich wieder in der Lage, unsere Verwaltungsmitarbeiter am Standort Trierweiler-Sirzenich in unsere Kernverwaltung zu integrieren.“

Insgesamt kostet der Kauf des Gebäudes in der Gartenfeldstraße  die Verbandsgemeinde 3,4 Millionen Euro. Da es sich um einen Sanierungsfall handelt, dürfte es voraussichtlich nicht bei diesen Kosten bleiben.

Im Plan sind auch Investitionen für Grundschulen und Turnhalle

Daneben sind auch Investitionen für Grundschulen und Turnhallen der VG im Haushaltsplan enthalten. Für das Jahr 2022 sind rund 587.000 Euro geplant, für das Folgejahr wiederum 433.000 Euro. Zudem bekommen die Grundschulen ein jährliches Grundbudget in Höhe von 30.000 Euro für kleinere Beschaffungen. Der größte Posten im Schulbereich ist die Sanierung der Toiletten in der Grundschule Ralingen für 250.000 Euro (der Zuschuss liegt hier bei 140.000 Euro). Für die Generalsanierung der Turnhalle Welschbillig stellt die VG in ihrem Haushalt 800.000 Euro bereit. „Damit möchten wir aber erst beginnen, wenn die von der Flut zerstörte Turnhalle Kordel wieder betriebsbereit ist“, sagt Bürgermeister Michael Holstein.

Feuerwehr erhält jährlich 140.000 Euro

Die VG investiert in ihre 30 Feuerwehrhäuser jährlich rund 140.000 Euro. Von Sanierungen sollen laut Haushaltsplan die Gerätehäuser in Newel, Beßlich, Möhn und Edingen-Godendorf profitieren. Für das Feuerwehrgerätehaus Beßlich stellt die VG in ihrem Haushalt 450.000 Euro bereit.

Als weiterer Posten (840.000 Euro) ist – wie bereits in den Vorjahren – die Renaturierung des Stegbaches bei Trierweiler ausgewiesen. Darunter fällt auch der Trierweilerbach. Die Renaturierung wurde in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeschoben (der TV berichtete).

VG-Umlage bleibt bei 40 Prozent

Ein Streitpunkt ist die sogenannte Verbandsgemeinde-Umlage. Die VG-Umlage bezeichnet den Betrag, den Gemeinden zur Finanzierung an die Verbandsgemeinde bezahlen. Im Jahr 2022 bleibt die Umlage bei 40 Prozent. Wie Edgar Schmitt, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte, könne seine Fraktion dem Haushalt zustimmen, weil es wenigstens keine Erhöhung der Umlage gegeben habe. Insgesamt sei die Umlage zu hoch und führe zu finanziellen Problemen in den Gemeinden: „Eine weitere Belastung der Ortsgemeinden ist nicht hinnehmbar.“ Auch der Fraktionsvorsitzender der Grünen, Alfred Wirtz, bewertet die finanziellen Spielräume der Ortsgemeinde wegen der hohen Umlage als zu eng.

Die Fraktionen stimmten dem Haushaltsplan am Ende einstimmig zu. Willi Arnoldy, Vorsitzender der CDU-Fraktion warb jedoch dafür, zusätzlich eine externe Beratungsleistung in den Nachtragshaushalt aufzunehmen: Wegen der hohen personellen Abgänge in der Verwaltung, solle es eine Mitarbeiterbefragung geben. Eine Befragung könne feststellen, wie zufrieden oder unzufrieden die Verwaltungsmitarbeiter sind.