Haushaltsprimus im Landkreis

Die VG Schweich ist der Klassenprimus im Kreis. Die Steuereinnahmen sprudeln, die Verschuldung ist niedrig und die Gemeinden zahlen eine geringe Umlage. Kein Wunder, dass der Haushalt 2014 im Verbandsgemeinderat einstimmig verabschiedet wurde.

In weniger als zwei Jahren hat Christiane Horsch ihren dritten Haushalt als Verwaltungschefin in der Verbandsgemeinde (VG) Schweich eingebracht. Eine Herkulesaufgabe, für die sie dem Rat und den Mitarbeitern der Verwaltung dankte. Bei der Haushaltssitzung am Mittwoch im Gasthaus Fellertal in Fell zeigte sich die Bürgermeisterin mit dem Geleisteten zufrieden. In der Tat kann sie auf hervorragende Eckdaten verweisen. Erwähnt seien nur die niedrigste Verschuldung im Kreis (8,3 Millionen Euro, 308 Euro pro Kopf) und die niedrigste Umlage (29,8 Prozent).

Verbandsgemeinde-Umlage: An ihrer Höhe orientiert sich der Betrag, den die Gemeinden an die VG abtreten müssen. Die Freie Wählergemeinschaft, nach eigener Einschätzung einzige Oppositionsgruppe gegenüber der "Groko" (große Koalition aus CDU und SPD) im Rat, kritisierte die Umlagenpolitik (siehe Berichte unten). Bürgermeisterin Horsch verteidigte die Entnahme aus der Rücklage, damit die VG-Umlage (23,5 Prozent) beibehalten und die Sonderumlage für die Grundschulen um knapp einen Punkt auf 6,3 Prozent gesenkt werden kann: "Das entlastet die Kommunen. Die haben in vielen Fällen keine finanziellen Spielräume mehr."

Investitionen: Trotz Senkung der Schulumlage investiert die VG 1,58 Millionen Euro in die Grundschulen. In die Renaturierung von Bächen fließen 1,55 Millionen Euro, wobei das Land zu 90 Prozent fördert ("Aktion Blau"). In die Feuerwehren fließen 292 000 Euro. Das große Fahrzeug für die Schweicher Wehr soll sich erst 2015 im Haushalt auswirken (400 000 Euro).

Werke: Trotz leichter Verluste ist die Situation der Werke gut. Das meiste Geld fließt 2014 in die Erneuerung der Ortsnetze (Wasser: 1,73 Millionen Euro, Abwasser: 3,5 Millionen Euro). Wassergeld, Kanalgebühren sowie wiederkehrende Beiträge für Wasser und Oberflächenentwässerung bleiben unverändert. Im Vergleich mit anderen Werken im Kreis zahlen die Bürger in der VG Schweich mit 4,12 Euro pro Kubikmeter das geringste Entgelt.Meinung

Die nächsten Jahre werden härter
Keine Frage: Die Verbandsgemeinde Schweich steht blendend da. Vieles, worüber der Rat debattiert (streiten wäre zu viel gesagt), würde man anderenorts als Luxusproblem bezeichnen. Wer kann es sich schon leisten, die Ortsgemeinden durch eine Senkung der Umlage zu entlasten und mal schnell eine knappe Million vom Ersparten abzuzwacken. Doch solche Almosen kann auch die VG Schweich nicht ewig verteilen. Die nächsten Jahre werden härter, selbst dann, wenn die Wirtschaft weiter boomen sollte. Denn: Die Rücklagen sind aufgebraucht, die Zinsen werden mittelfristig steigen, und es kommen hohe Investitionen auf die VG zu (Rathaus, Feuerwehren, Schulen). Die Freien haben warnend den Zeigefinger erhoben, sich aber nicht getraut, eine Erhöhung der Umlage zu beantragen. Das dicke Ende, da haben sie recht, könnte in der Tat in naher Zukunft kommen. a.follmann@volksfreund.de