Heilige Edith Stein symbolisiert den Neuanfang

Heilige Edith Stein symbolisiert den Neuanfang

Für rund 12 000 katholische Christen in Olewig, den Höhenstadtteilen und Hockweiler beginnt am 1. Januar eine neue Ära: Die vier bisherigen Kirchengemeinden fusionieren zu einer neuen Pfarrei. Namenspatronin ist die 1998 heilig gesprochene Philosophin, Nonne und Märtyrerin Edith Stein (1891 bis 1942).

Trier/Hockweiler. St. Andreas (Tarforst), St. Augustinus (Tarforst, Neukürenz), St. Georg (Irsch; Hockweiler) und St. Anna (Olewig) - das war einmal. Die vier Pfarreien werden im Zuge der Bistumsstrukturreform per Dekret von Bischof Stephan Ackermann zum 1. Januar aufgelöst und gehen in der neuen katholischen Kirchengemeinde Heilige Edith Stein auf.
In zweifacher Hinsicht ein Novum. Nicht nur, dass in Deutschlands ältester Bischofsstadt erstmals keiner der "klassischen" Kirchenheiligen als Patron fungiert, sondern auch, weil der Name via Beteiligungsprozess gefunden wurde. Dem Aufruf zur Patronatsträger-Suche (TV vom 7. Juni) waren nach Auskunft von Pfarrer Stefan Dumont (40) rund 100 Angehörige der Pfarreiengemeinschaft gefolgt. Sie machten 50 Namensvorschläge. Drei davon wurden schließlich dem Bischof vorgelegt, der sich für Edith Stein entschied und damit gegen Thomas Morus und Papst Johannes XXIII. Weitere "heiße Kandidaten" waren der Evangelist Johannes, der Apostel Thomas und Hildegard von Bingen gewesen.
Stefan Dumont spricht nun von einer "ausgezeichneten Wahl. Gut, zeitgemäß, richtungweisend. Ich glaube, dass die Gestalt Edith Stein auch Menschen anspricht, die nicht unbedingt Kirchengänger sind". Edith Stein - Symbolfigur für Aufbruchstimmung und "zeitgemäßen Neuanfang kirchlichen Lebens in unseren Stadtteilen."
Das neue Gemeindelogo mit dem Konterfei Edith Steins entstand gleichsam aus der Gemeinde heraus. Entwickelt hat es Christoph Friedrich (48) vom Theologischen Lesekreis St. Augustinus und Chef einer Werbeagentur im Petrisberg-Wissenschaftspark.
Kritik aus Irsch


Strukturell wird sich laut Pfarrer Dumont "nicht viel ändern. Verlustängste sind unbegründet. Es wird nicht weniger Gottesdienste geben, und die Pfarrbüros bleiben erhalten. Aber Verwaltung und Administration werden künftig einfacher, und so ergibt sich mehr Raum für die Seelsorge und pastorale Aktivitäten."
Allerdings stößt die Pfarreienfusion nicht nur auf Gegenliebe. Einer ihrer großen Kritiker ist Erwin Berg (74), von 1974 bis 2004 Ortsvorsteher von Irsch und jahrzehntelang Mitglied im Pfarrgemeinderat St. Georg: "Es ist ohne Not die älteste Pfarrei der Höhenstadtteile einfach platt gemacht worden. Darüber sind vieler Irscher sauer." Weil er sich im Vorfeld "nicht ausreichend informiert gefühlt und Bedenken nicht berücksichtigt gesehen" habe, sei er aus dem Pfarrgemeinderat ausgetreten.
Die Gründung der neuen Kirchengemeinde Heilige Edith Stein wird mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 15. Januar, 10 Uhr, in der St.-Anna-Kirche Olewig gefeiert.
Extra

Neue Struktur, neuer Name, neue Pfarrei: Ab 1. Januar hat das zentrale Pfarrbüro die Adresse Kath. Pfarramt Hl. Edith Stein, Im Treff 15, 54296 Trier. Telefon 0651/16644; Fax 0651/15199, E-Mail: pfarrbuero@edithstein-trier.de, Internet: edithstein-trier.de. Die Büros in der Irscher Burg sowie in der Olewiger Kirche bleiben erhalten und geöffnet. Ebenso behalten die Kirchen und Kapellen der neuen Pfarrei ihren gewohnten Namen. rm.

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