Heiligkreuzer weiterhin gegen Flächennutzungsplan

Trier · Auch dem aktualisierten Entwurf zum Flächennutzungsplan hat der Heiligkreuzer Ortsbeirat die Zustimmung versagt: Zuerst müsse die Verwaltung erklären, wie sie Heiligkreuz vor weiterem Durchgangsverkehr schützen will

Trier. "Dem Wunsch der Verwaltung zur Offenlegung des Flächennutzungsplans (FNP) als gesamtstädtische Maßnahme kann nicht zugestimmt werden." So beantwortet mehrheitlich der Heiligkreuzer Ortsbeirat den aktualisierten Entwurf des Planwerks. In den Stadtteilen, die von Veränderungen betroffen sind, sind die Ortsbeiräte zur erneuten Stellungnahme aufgerufen, bevor der Stadtrat am heutigen Dienstag über die Offenlegung des FNP-Entwurfs entscheidet (der TV berichtete).
Die aktuell zu beratende Neuerung betrifft mehr das benachbarte Mariahof, wo die städtischen Planer dem möglichen neuen Baugebiet am Brubacher Hof eine unabhängige Fläche für die Nahversorgung beigesellen wollen - also etwa für einen Supermarkt. "Vor dem Hintergrund der eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten in der Ladenzeile ist zwischen den Sportanlagen am Wolfsberg und der Trebetasiedlung eine gemischte Baufläche zur Unterbringung eines kleinflächigen Lebensmittelmarktes und ergänzender Wohnbebauung vorgesehen", erklärte die Stadtplanerin Heike Defourny dem Ortsbeirat Heiligkreuz - und auch, warum dieser überhaupt befragt wurde: "Die Fläche liegt im Ortsbezirk Heiligkreuz, ist strukturell aber eher Mariahof zuzuordnen."
Obwohl das mögliche Baugebiet am Brubacher Hof inzwischen verkleinert wurde, lehnt der Heiligkreuzer Ortsbeirat es weiterhin ab: Die meisten Mitglieder befürchten eine Zunahme des Durchgangsverkehrs, den es jetzt schon problematisch findet. Die "Verkehrsprobleme vor der verbindlichen Bauleitplanung" zu lösen, fordert darum auch die von der CDU eingebrachte Erklärung, mit der der Offenlegung des FNP-Entwurfs die Zustimmung erneut verweigert wird. Die SPD, die Freien Wähler und ein Grüner schlossen sich an: Am Ende fiel das Votum zehn zu drei aus (bei einer Enthaltung).
Die Kita am Bach ist dringend sanierungsbedürftig: Um unter anderem Schimmel und Fassadenmängel zu beseitigen, sowie Schäden in der Bauphysik und abgesackte Leitungen zu reparieren, sind 91 292 Euro veranschlagt. Davon übernimmt die Stadt 65 Prozent (59 340 Euro), der Rest kommt von der Lebenshilfe als Träger.
7200 Euro für Halle am Bach


Der Ortsbeirat, auch hier um Stellungnahme gebeten, begrüßt das Projekt einstimmig. Ortsvorsteher Theo Wolber, von Beruf Architekt, prophezeit, "dass wir bald auch über den Kindergarten reden müssen", der ebenfalls in schlechtem Zustand sei.
Im Rahmen des Ortsbeiratsbudgets wurden mehrere Beschlüsse gefasst: Die KG Trier-Süd erhält über zwei Jahre insgesamt 7200 Euro für die Sanierung der Halle am Bach - bald einzige Versammlungsmöglichkeit in Heiligkreuz. 3040 Euro erhält der Hort für Renovierungen. Vielfach wurden Gelder umgewidmet: Weil eigentlich geförderte Maßnahmen nicht angegangen wurden, wären die Mittel zum Jahresende verfallen. So erhält die Jugendabteilung des VfL Trier 3900 Euro für Trainingstore. 1500 Euro werden bereitgestellt für eine Tür zur Apfelplantage, damit das große und schwere Tor nicht für jeden Zutritt aufgemacht werden muss. Dank eines ebenfalls umgewidmeten Zuschusses von 1000 Euro soll dieses Jahr noch die Beleuchtung des Fußwegs vom Altenheim zur Integrierten Gesamtschule erneuert werden.
Dass der Ortsbeirat ständig Gelder umwidmen müsse, kritisierte Klaus Wagner (SPD): Viele der nicht umgesetzten Maßnahmen seien keine großen Sachen gewesen: "Ein Beschluss zur Beschilderung des Ortes war zwei Jahre alt", ärgerte sich Wagner. "Es kann nicht sein, dass die Stadt es in der Zeit nicht hinkriegt, drei Schilder zu kaufen! Darüber müssen wir noch mal reden!"