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Heim für Miezekatzen gesucht

Heim für Miezekatzen gesucht

ZEWEN. Süß und niedlich sind sie, wenn sie klein und tapsig sind. Ausgewachsene Katzen schieben viele Besitzer ganz einfach ins Tierheim ab. Doch das Heim in Trier-Zewen platzt gerade in der Urlaubszeit aus allen Nähten.

Aufgeregtes Bellen dringt aus den Hundezwingern. Es ist Besuchszeit und gerade deswegen sind die Tiere wohl unruhiger als sonst. Über 200 ausgesetzte, entlaufene oder direkt abgegebene Hunde, Katzen und Kleintiere beherbergt das vom Tierschutzverein Trier geführte Heim. Und alle sollen möglichst schnell ein neues Zuhause finden.Die Chancen sind derzeit leider nicht die besten. Es ist noch immer Ferienzeit, und kurz vor dem Urlaub entschließt sich kaum jemand, ein Tier zu sich zu nehmen. Das werde sich in ein paar Wochen zwar wieder ändern. Aber gerade jetzt seien die Kapazitäten der Katzengehege mehr als erschöpft, erläutert der Leiter des Tierheims, Andreas Lindig. "Für einige Tiere mussten wir bereits zusätzliche Unterkünfte schaffen." 120 Katzen tummeln sich auf dem Gelände in Trier-Zewen. Im Februar dagegen waren es nur etwa 20. Anders bei den Hunden. 50 bis 60 Tiere beherbergt das Heim konstant übers Jahr.Empfehlung: Katzen tätowieren lassen

Der zahlenmäßige Unterschied ist kein Zufall. Gerade entlaufene Hunde finden über eine Suchanzeige des Herrchens häufiger wieder den Weg nach Hause als Katzen, weil sie leichter einer Anzeige zugeordnet werden können. Lindig empfiehlt deswegen Katzenbesitzern, ihre Tiere tätowieren zu lassen. Das macht die Identifizierung leichter.Kätzchen werden in der Regel zwischen April und Mai geboren, meist mehrere auf einmal. Vielen Besitzern machen die Katzenkinder bald zu viel Arbeit. Oft ist ihr Gesundheitszustand recht labil, wenn sie ins Tierheim kommen. Vermittelt werden können die Stubentiger aber erst im Sommer. Doch in diesem Jahr ist die Katzenpopulation ungewöhnlich hoch. "Ich kann mir das nur damit erklären, dass weniger Kater kastriert werden. Anscheinend geht den Leuten das Bewusstsein dafür verloren oder sie scheuen die Tierarztkosten", mutmaßt Lindig.Er appelliert deswegen an die Besitzer, Kater kastrieren zu lassen, um großen Andrang im Tierheim zu vermeiden. Dort werden die Tiere zwar mit Hilfe des Tierschutzvereins, Spenden und Zuschüssen der Stadt von den Mitarbeitern versorgt. Persönliche Zuwendung kann ihnen aber nur eine feste Bezugsperson geben. Außerdem brauchen sie Ruhe und ihr eigenes Revier. "Katzen sind im Gegensatz zu Hunden keine Rudeltiere. Für sie bedeutet es Stress, permanent mit Artgenossen zusammen zu sein. Sie werden in der Gemeinschaft schneller krank, weil sie als Einzelgänger anfälliger für Infektionen sind", erklärt Lindig. Aber auch für alle anderen Tiere soll der Aufenthalt im Tierheim kein Dauerzustand sein. In einigen Fällen müsste es auch gar nicht so weit kommen. "Manchmal schaffen sich die Leute unüberlegt Tiere an und sind dann überfordert", weiß Lindig. Zudem ist es besonders bei Kleintieren schwierig, das Geschlecht zu bestimmen. Die Folge: unerwünschter Nachwuchs, der nicht selten ins Tierheim gerät. Ausführliche Information könnte dazu beitragen, dass weniger als 1000 bis 1200 Tiere im Jahr zeitweise im Tierheim untergebracht sind.Das Tierheim sucht übrigens eine "Hundetagesmutter". Der Besitzer möchte sich nicht von seinem Tier trennen, braucht aber jemanden, der sich tagsüber um den Hund kümmert. Nähere Infos gibt's beim Tierheim, Telefon 0651/86 156.Am Samstag, 30., und Sonntag, 31. August, lädt das Tierheim zu einem Tag der offenen Tür ein. Jeweils zwischen 12 und 17 Uhr gibt es ein Programm unter dem Motto "Kinder und Tiere".