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Heimatlose KG Trier-Süd feiert doch noch Karneval: Baustellenparty in der Nells-Park-Orangerie

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval : Jetzt feiert KG Trier-Süd doch Karneval

Närrisches Asyl in der Nordstadt: Nells-Park-Hotel und KG Wieweler ermöglichen dem heimatlosen Verein eine „Baustellenparty“ in der Orangerie. Und die Wuppdus-Beerdigung steigt im Casino am Kornmarkt.

„Das darf doch nicht sein!“, dachte sich Carsten Vogt vom Nells-Park-Hotel, als er im TV von der abgeblasenen Session der Karnevalsgesellschaft (KG) Trier-Süd 1923 las. Die vereinseigene Festhalle ist wegen Statik-Problemen gesperrt, und weil sich auf die Schnelle keine Ersatz-Narhalla organisieren ließ, wurden die Sitzungen schweren Herzens abgesagt. Doch Carsten Vogt hatte da eine Idee...

„Ich habe den Belegungsplan unserer Orangerie gecheckt und festgestellt, dass da theoretisch noch etwas frei wäre. Theoretisch, weil die historische Orangerie ja die angestammte Residenz der KG Wieweler ist. Doch die zeigte sich vorbehaltlos kooperativ: „Selbstverständlich dürfen die Trier-Süder eine Veranstaltung bei uns abhalten“, betont Wieweler-Geschäftsführer Peter Kretzschmar; „Damit wollen wir auch ein Zeichen der Solidarität setzten.“ Die sieht konkret so aus: Die derzeit heimatlose KG Trier-Süd veranstaltet am Freitag, 7. Februar, 20 Uhr, eine „Baustellenparty“ auf der Bühne der Wieweler, die dafür auch ihre Beschallungs- und Lichttechnik zur Verfügung stellt. Kostenfrei. Die Hausherrin spielt ebenfalls mit: „Ist doch toll, wenn wir auf diese Weise mit dazu beitragen können, die Trier-Süder-Session wenigstens teilweise zu retten“, sagt Geschäftsführerin Denise Kraft. Miete wird – wie im Falle der Wieweler – nicht erhoben; dafür übernimmt das Hotel-Restaurant den Bewirtungs-Part.

Ullrich Krugmann von der KG Trier-Süd zeigt sich „zutiefst beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft, die wir erleben. Wir werden nicht alleingelassen“. So treten die Gardesolistinnen Ilina Reitz und Anna Degen sowie das Männerballett in Sitzungen anderer Vereine auf. Auch aus eigenen Reihen kommt Unterstützung. Der Ordensempfang des Vereins steigt am kommenden Freitag mit rund 300 geladenen Gästen im Weingut von Nell. Georg Fritz von Nell ist Ehrenratsherr der KG Trier-Süd, ebenso wie Eric Naunheim, der die Wuppdus-Beerdigung, eines der Aushängeschilder der KG Trier-Süd, ermöglicht. Die geht am angestammten Termin Fastnachtsdienstag (25. Februar) in Naunheims Casino-Saal am Kornmarkt über die Bühne.

Warum die von DJane Rent a Sunshine (Sonja Storz) musikalisch gestaltete Karnevalsfete am 7. Februar in der Orangerie unter dem Motto „Baustellenparty“ steht, liegt laut Ullrich Krugmann „auf der Hand. Wir spielen damit auf den Zustand unserer Festhalle an. Deshalb gilt auch Helmpflicht!“

Wer keinen Bauhelm hat, kann an der Abendkasse zum Selbstkostenpreis von 4 Euro einen erwerben. Der Eintritt kostet 3 Euro. Der Erlös fließt in die Rettung der Festhalle am Bach, wobei noch gar nicht fest steht, wie genau die vonstattengehen soll. Ob Generalsanierung oder (teilweiser) Neubau: „Auf jeden Fall läuft es auf einen dicken sechsstelligen Betrag hinaus“, sagt Krugmann, der in Ehrenrats-Kreisen bereits an die 7000 Euro gesammelt hat, damit der 350-Mitglieder-Verein spätestens zum 100-jährigen Bestehen 2023 wieder Karneval „daheim“ feiern kann.

Infos zu Tickets für die „Baustellenparty“ und die Wuppdus-Beerdigung gibt es in Kürze online unter www.kg-trier-sued.de