Heiraten am Petersplatz
Nach 38 Jahren kann in Welschbillig wieder standesamtlich geheiratet werden: Der "Petrussaal" im Pfarrzentrum ist neben dem Grutenhäuschen in Igel nun die zweite Außenstelle für Trauungen in der Verbandsgemeinde Trier-Land.
Welschbillig. Frisch vermählt auf den Petersplatz hinausschreiten - dafür brauchen Heiratswillige nicht nach Rom zu fahren. Das gibt es künftig auch in Welschbillig. Kommune und Kirche haben sich darauf verständigt, dass der Petrussaal im Pfarrzentrum (Postanschrift "Petersplatz 1") als neue Außenstelle des Standesamts von Trier-Land genutzt werden kann. Bisher konnten sich Paare im Rathaus in der Trierer Gartenfeldstraße und im "Grutenhäuschen" bei Igel trauen lassen.Beide Außenstellen sind geschichtsträchtig und bieten ein besonderes Flair: Das reizvoll in den Weinbergen gelegene Grutenhäuschen stammt aus dem 3. Jahrhundert und war eine römische Urnengrabkammer. Der Petrussaal im Welschbilliger Pfarrzentrum ist Teil einer ehemaligen Zehntscheune. Von dem neuen Trausaal aus hat man einen schönen Blick auf das mittelalterliche Burgtor, dem Wahrzeichen von Welschbillig. Auch die Pfarrkirche befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.Die Idee, 38 Jahre nach der Auflösung des alten Amtes Welschbillig wieder Trauungen im Ort zu ermöglichen, hatte Ortsbürgermeister Helmut Becker. "Die Standesbeamten fahren ja jetzt öfter raus, deshalb wollte ich das auch hier anbieten." Dechant Berthold Fochs, Hausherr am Petersplatz, stand der Idee sofort positiv gegenüber. Die Kirche ist für das Umfeld und das Herrichten der Räumlichkeit zuständig. "Wir sorgen für ein würdevolles Ambiente", verspricht Fochs. Die Terrasse soll für den Sektempfang mitgenutzt werden können. Auch Wolfgang Reiland, Bürgermeister von Trier-Land, ist froh, jetzt auch im nördlichen Teil der Verbandsgemeinde eine Traumöglichkeit zu haben. Der Petrussaal werde sicherlich ähnlich gut angenommen wie das Grutenhäuschen, das seit 2003 als Außenstelle des Standesamts genutzt wird. Standesbeamter Folker Gardain hat im vergangenen Jahr 35 der 120 Trauungen in Igel vorgenommen. Er ist mit der Wahl des neuen Standorts sehr zufrieden und sieht schon vor seinem geistigen Auge, wie "das Brautauto durch das Burgtor vorfährt".