Heiße Abfälle

Gleich an drei Tagen hintereinander hat es auf dem Gelände des Abfall-Entsorgers Steil auf dem Trierer Hafengelände gebrannt. Immer aus dem gleichen Grund.

Trier Kommen Eisen, Luft und Wasser zusammen, kann's durchaus heiß werden: Durch Oxidation - die chemische Reaktion, die Eisen rosten lässt - entsteht Wärme. Unter Umständen so viel, dass es für ein Feuer reicht. In den Abfallbergen, die auf dem Betriebsgelände der Firma Theo Steil im Industriegebiet Ehranger Hafen lagern, kommt das regelmäßig vor. Die Halden bestehen aus geschreddertem Müll aus den Gelben Wertstoffsäcken. Vorrangig also Verpackungen aus Metall oder Plastik. An denen noch Papieretiketten kleben oder Essensreste oder anderes organisches Material, das gut brennt. So kommt es zur Kettenreaktion.
Gleich dreimal musste die Feuerwehr in den vergangenen Tagen zum Steil-Gelände ausrücken: Am Samstagmorgen, am späten Sonntagabend gegen 23 Uhr und am frühen Montagmorgen gegen 2 Uhr noch einmal. Auch am Donnerstag, 8. Juni, hatte sich ein Abfallberg selbst entzündet. Beim Brand am Samstag meldete die Berufsfeuerwehr starke Rauchentwicklung, am Sonntag sogar offene Flammen.
In allen Fällen habe es sich allerdings um kleinere Brände gehandelt, erklärte Steil-Geschäftsführer Christian Satlow gestern auf TV-Nachfrage. "Am Sonntag war es ein Haufen aus rund zehn Kubikmetern Schredderabfällen - nur ein gutes Viertel dessen, was in einen herkömmlichen Abfallcontainer passt, die man etwa von Baustellen kennt." Das sonnige Wetter, bei dem die Lufttemperatur auch nachts kaum unter 20 Grad Celsius fällt, führe dazu, dass sich die chemischen Erwärmungsprozesse in den Abfallhalden kaum abkühlten.
Auch im Sommer 2016 hatte es mehrfach auf dem Steil-Gelände gebrannt. Die Firma erfülle alle Brandschutzauflagen, erklärte die zuständige Aufsichtsbehörde. "Wir lagern nur noch kleinere Halden und haben Thermokameras, die die Selbstentzündungsprozesse frühzeitig melden", sagt Satlow. Nach den Bränden am Wochenende will er allerdings prüfen, ob die Zahl der Patrouillegänge erhöht werden muss.
2016 hatte die Firma Steil ihre Kapazitätsgrenzen erreicht: Statt wie im Durchschnitt 500 Tonnen der geschredderten sogenannten HKL-Abfälle lagerten damals rund 750 Tonnen auf dem Gelände. Grund war, dass die Verbrennungsanlagen, die aus dem geschredderten Material Strom oder Wärme gewinnen, ausgelastet waren und keine Abfälle angeliefert werden konnten. Mit der steigenden Menge an Abfall wuchs damals auch die Brandgefahr (der TV berichtete). "Diese Problem hat sich mittlerweile gelöst", sagt Satlow, "wir haben neue, bessere Abnahmeverträge mit Verbrennungsanlagen abgeschlossen." Zurzeit würden maximal 400 Tonnen HKL-Abfälle zwischengelagert.