| 17:29 Uhr

Kürenz und Mitte/Gartenfeld
Heiße Diskussion um neues Handelszentrum

 Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen.
Der Edeka-Markt soll aus der Schöndorferstraße auf das Areal Schönbornstraße/Güterstraße umziehen. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Die Ortsbeiräte Kürenz und Trier-Mitte/Gartenfeld konnten sich nicht einigen, doch der Stadtrat kann es. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Es ist schon fast 22 Uhr, als der Stadtrat am Donnerstagabend einen Beschluss fasst, der scheinbar Routine ist – die Aufstellung eines Bebauungsplans. Doch daraus wird sehr schnell eine hitzige Diskussion, denn das zum Stadtteil Kürenz gehörende Areal zwischen der Schönbornstraße und der Güterstraße soll zum Standort eines neuen Nahversorgungszentrums werden (der TV berichtete).

Der Plan: Der Edeka-Markt soll von der Schöndorfer Straße an den neuen Standort umziehen, von 1700 auf 2200 Quadratmeter wachsen und in einem dreigeschossigen Neubau unterkommen, in dessen Obergeschosse Büros und eine Bankfiliale vorgesehen sind.

Dominik Heinrich gehört der Fraktion der Grünen im Stadtrat an und ist außerdem der Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld. Er ist kein Freund des neuen Nahversorgungszentrums, das wird schnell klar. „Das ist eine hässliche dreigeschossige Hutschachtel“, schimpft Heinrich. „Wir lassen uns von Investoren diktieren, was wann wo gebaut werden darf.“

Dieses neue Zentrum werde „das Ende der bisherigen Nahversorgung“ einleiten, betont Heinrich. „Die Zielgruppe dieses Projekts sind klar die Autofahrer. Der Aufstellungsbeschluss ist ganz klar ein Schritt in die falsche Richtung.“ Der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld  hat das Projekt einstimmig abgelehnt. Genau einen Tag später hat sich der Ortsbeirat Kürenz einstimmig dafür ausgesprochen.

Was wird aus dem alten Standort des Edeka-Markts an der Ecke Schönbornstraße/Schöndorfer Straße? Auch diese Frage ist Bestandteil des Antrags. Die Verwaltung wird beauftragt, Planrecht für diesen Standort zu schaffen.  Innenstadt- und nahversorgungsrelevanter Einzelhandel sowie Bordelle, bordellähnliche Betriebe und Vergnügungsstätten sollen ausgeschlossen werden.

Mit 38 gegen 12 Stimmen fasst der Rat bei zwei Enthaltungen den Aufstellungsbeschluss neu. Die erste Aufstellung dieses Bebauungsplans stammt übrigens aus dem Jahr 1997.