Helfer im Einsatz für Steine mit Geschichte

Helfer im Einsatz für Steine mit Geschichte

Mit einem zufällig wiederentdeckten Wegekreuz hat alles angefangen. Inzwischen haben Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Agulia fast alle Monumente im Ort Igel wieder auf Vordermann gebracht. Und die Arbeit geht den Aktiven nicht aus.

Igel. Ihren Stützpunkt haben sie in einem Nebenraum der Leichenhalle auf dem Igeler Friedhof, auf dem Kreuze an Verstorbene erinnern. Doch der Stützpunkt ist verwaist, weil die Gruppe von rüstigen Igelern und Liersbergern unterwegs ist, um sich um vergessene Kreuze und Wege zu kümmern. Renate Mertesdorf vom Heimat- und Kulturverein Agulia Igel sagt: "Die sind gerade draußen, um einen Weg freizuschneiden."
Ungefähr seit dem Jahr 2010 gibt es die Gruppe, die inzwischen auf elf ehrenamtliche Helfer angewachsen ist. Die Männer sind zwischen 60 und 70 Jahren alt und "hören auf mein Kommando", wie Mertesdorf mit einem Augenzwinkern ergänzt.
Die Pflege des Geländes rund um die Igeler Säule und von Wegen ist ein Betätigungsfeld der Gruppe. Auch haben sie einen Weg gebahnt, damit man gefahrlos die Runde vom Grutenhäuschen aus gesehen nicht über die von vielen LKW befahrene K 3 gehen muss, um auf den über dem römischen Tempel verlaufenden Weg zu gelangen.
Seit dem vergangenen Jahr kümmern sie sich auch um Wegekreuze. Das sei eher ein Zufall gewesen, sagt die Igelerin, die auch im Vorstand des Heimatvereins aktiv ist. Ihr sei aufgefallen, dass ein Kreuz auf Liersberger Gemarkung mehr oder minder vergessen und versteckt im Wald stehen würde. Im Gespräch mit Ortsvorsteher Bernhard Heintz sei dann schnell deutlich geworden, dass es noch weitere steinerne Monumente gibt, die normalerweise übersehen werden. Renate Mertesdorf: "Vor einem der Kreuze stand inzwischen ein Baum." Der Baum steht mittlerweile nicht mehr. Denn die Igeler Männer haben ganze Arbeit geleistet.
Heckenschneiden, Gestrüpp entfernen oder Flächen planieren: All diese Arbeiten haben die Männer in den vergangenen Monaten ausgeführt. Nur bei zwei Tätigkeiten waren Spezialisten gefragt. "Wenn es darum geht, die Kreuze mit der Wurzelbürste zu reinigen, übernehme ich das lieber selber", sagt Mertesdorf. Und bei einem Kreuz musste schweres Gerät her. Das stellte Mario Lübbers von den Natursteinwerken Mesenich spontan zur Verfügung.
Die Kreuze sind nun wieder gut zu erkennen. Der Heimat- und Kulturverein hat ihnen, soweit das möglich is, auch wieder eine Geschichte gegeben. Es sind Tafeln in der Nähe der einzelnen Steine angebracht worden, die Informationen über das jeweilige Kreuz erhalten. Teilweise stammen die Erkenntnisse aus einem Buch des Fusenichers Stefan Ferring, der im Rahmen einer Examensarbeit 218 Wegekreuze im Trierer Land erfasst und beschrieben hat.
Bei einer Wanderung des Vereins am 25. September sollen die teilweise fast vergessenen Kreuze im Mittelpunkt stehen. Bis dahin werden alle Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Renate Mertesdorf. har