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Herausforderungen für Unterricht trotz Corona in Trier-Saarburger Schulen

Bildung : Zu viel Zugluft macht krank

Zu den Hygienekonzepten der Schulen gehören derzeit geöffnete Türen und Fenster. So soll die Zahl der Sars-CovII-Viren in der Atemluft gering gehalten werden. Doch das Lüften birgt andere Gefahren.

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bisher nicht bewahrheitet. Zwar hat es an einigen Schulen im Landkreis Trier-Saarburg Fälle von Corona-Infektionen gegeben (der TV berichtete). Doch dabei sind keine Ansteckungen von Klassenkameraden oder Lehrern bekannt geworden.

Dies ist aus Sicht des Kreises das Ergebnis der Hygienekonzepte in den Schulen. Teil der Konzepte ist es, Klassen und Fachräume intensiv zu belüften. Dadurch herrscht allerdings Durchzug. Das Ergebnis ist laut Kreis unter anderem eine deutliche Zunahme von Krankheiten der Atemwege wie Erkältungen.

Das zeigt auch eine Umfrage der Kreisverwaltung. Diese ist eine Reaktion auf einen Antrag der Grünen-Kreistagsfraktion, die ein Konzept zur Gewährleistung des Schulunterrichts in den Schulen des Kreises Trier-Saarburg im weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie gefordert hatte.

Aus der Meulenwald-Schule in Schweich kommt die Rückmeldung, dass Fachräume als Klassenraum genutzt werden. Zahlreiche Kinder und Lehrer seien wegen der benötigten Lüftung erkrankt. Die versetzten Pausen führten zu ständig neuen Unterrichtsplänen und verlangten von den Kollegen große Flexibilität.

Im Stefan-Andres-Gymnasium sowie der Realschule plus in Schweich gibt es „immer wieder Konflikte zwischen Aufsichtsperson und Schülern und im Nachgang auch mit Eltern bezüglich das Tragens des Mund-Nasen-Schutzes an der Bushaltestelle“. Die Diskussionen um das Tragen des Schutzes sei für Lehrer aufreibend. Aktuell sei nur eine von sonst fünf Hallen nutzbar.

Am Gymnasium Hermeskeil ist der Bläserklassenunterricht aufgrund der erweiterten Mindestabstände herausfordernd. Dort zeichnet sich mit der Nutzung eines Raums im Mehrgenerationenhaus eine Lösung ab. Kritisiert wird in der Rückmeldung die lange Wartezeit bis zum Corona-Testergebnis für die vier an die Afa Hermeskeil abgeordneten Lehrkräfte.

Bei der Realschule plus Kell kann inzwischen ein Hotel in Kell als Ausweichquartier genutzt werden. Die Ganztagsschule kann die Mensa des Altenheims nutzen.

Bei der Realschule plus Konz hat eine Abfrage bei den Schülern ergeben, dass sieben Schüler in den 14 Tagen vor Schulbeginn in einem Risikogebiet waren und sie trotzdem zum Unterricht erschienen. In einem Fall sei die Einreise nach Deutschland erst am Vortag erfolgt. Die Situation an der Bushaltestelle sei ähnlich wie am Schulzentrum Schweich.

Die Rückmeldung aus dem Gymnasium Saarburg lautet, dass die Schüler den Mund-Nase-Schutz „recht diszipliniert“ tragen. Es fehle an Räumen für Freistunden.

Auch von der Realschule plus Saarburg heißt es, dass durch das Lüften bereits zahlreiche Lehrer und Schüler erkrankt sind. Die Heizung schaffe es bei entsprechend häufiger Lüftung nicht, die Räume wieder auf Temperatur zu bringen. Auch bei der Grund- und Realschule plus in Waldrach hapert es an der Heizung.

Von der Berufsbildenden Schule Geschwister-Scholl in Saarburg kommt der Vorschlag von sogenannten CO2-Ampeln. Diese wird es wohl nicht geben. Zwar hat der Landkreis CO2-Warner angeschafft. Doch es gibt für jede kreiseigene Schule nur ein Exemplar dieser Geräte.

„Die Problematik des Lüftens bei zunehmend kälteren Außentemperaturen und ebenso die bereits zunehmende Zahl erkrankter Schüler und Lehrkräfte aufgrund von Durchzug bereitet jedoch allen Schulen Sorge“, beschreibt die Kreisverwaltung das Dilemma. Die Messgeräte könnten „dazu beitragen, das Lüften zielgerichteter einzusetzen und Dauerluftzug zu reduzieren“.