Herz-Jesu-Gelände: gbt will 30 Millionen Euro investieren

Herz-Jesu-Gelände: gbt will 30 Millionen Euro investieren

TRIER-SÜD. Aus dem Herz-Jesu-Gelände wird nach der endgültigen Aufgabe des Krankenhaus-Standortes ein Wohnquartier. Die Caritas-Trägergesellschaft Trier (ctt) als bisheriger Nutzer und Baudezernent Peter Dietze präsentierten am Mittwoch die Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt) als künftige Besitzerin des 1,5-Hektar-Areals. Die gbt will den historischen Krankenhaus-Kernbau erhalten und bis 2011 etwa 150 Wohneinheiten schaffen.

Als gbt-Vorstand Stefan Ahrling am Mittwochmittag den Sitzungssaal "Steipe" im Rathaus betrat, war die Überraschung komplett. Nicht, wie von manchen Journalisten vor der Pressekonferenz vermutet, einer der "üblichen Verdächtigen" aus der lokalen Projektentwickler-Szene oder ein Investor von außerhalb werden das Herz-Jesu-Gelände kaufen und verwerten, sondern Triers größter und alt eingesessener Wohnraumverwalter (4100 eigene und 3600 fremde Wohnungen). Die gbt ist laut Baudezernent Peter Dietze mit dem in mehrfacher Hinsicht besten Konzept aus dem Erwerberauswahlverfahren hervor gegangen, das die Stadt mit den Franziskanerinnen vom Nonnenwerth (Remagen) als Besitzer und Erbpacht-Nehmer ctt vereinbart hatte. Sie schaffe hochwertigen und attraktiven Wohnraum in teils innovativen Bauformen, sie gehe auf die Baustrukturen der Umgebung ein und erschließe das neue Wohnquartier mit öffentlichen Gehwegen: "Alles in allem ein Ergebnis, über das ich mich sehr freue." Die Details erläuterte Architekt Manfred Müller (Trier). Sein Entwurf sieht neben der Komplett-Erhaltung des aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden Krankenhaus-Kernbaus an der Friedrich-Wilhelm-Straße auch eine optische Aufwertung der Herz-Jesu-Kirche vor: Sie wird durch den Abriss von einengenden Mauern quasi freigestellt und erhält einen Vorplatz, der bis fast an den Krankenhaus-Altbau heranreicht. Im großzügigen Innenbereich sehen Müllers Pläne einen "Wohnpark" mit vier ellipsenförmigen Gebäuden (maximal fünfgeschossig) vor, eine öffentliche Wegeführung von der Weidegasse zur Friedrich-Wilhelm-Straße, mehrere Spielinseln und die Erhaltung wertvoller alter Bäume (Buche, Weide, Kastanie). Weidegasse (16 Stadthäuser) und Nikolausstraße (Geschosswohnungen) erhalten eine ergänzende Randbebauung. Laut Projektleiter Wilhelm Keul werde die gbt voraussichtlich 140 bis 150 Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von knapp 13 000 Quadratmetern schaffen. Auf 700 Quadratmetern im Klinik-Altbau sollen (unter Beibehaltungen der alten Raumstrukturen) Wohnungen, aber auch Arztpraxen entstehen. Archäologische Funde und damit Bauverzögerungen erwartet die gbt nicht. "Wir satteln - auch bei den Tiefgaragen - auf vorhandene Kellerräume auf", sagt Ahrling. Die Investitionssumme des bislang größten gbt-Projekts beziffert er auf rund 30 Millionen Euro. Vom Erfolg ist der gbt-Chef fest überzeugt: "Wir liegen mit unserem Vorhaben voll auf der Höhe der Zeit und der Nachfrage. Alleine im vergangenen Jahr hatten wir 800 Wohnungs-Anfragen, die wir nicht bedienen konnten."Im Herbst 2008 sollen die ersten Häuser fertig sein

Voraussichtlich Anfang 2007 wird mit dem Umzug von Psychiatrischer Tagesklinik, Schmerzklinik und Palliativstation ins Mutterhaus die Krankenhaus-Ära auf dem bereits teilweise verwaisten Herz-Jesu-Areal enden. Den Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan könnte der Stadtrat im Frühjahr 2007 verabschieden und damit Baurecht schaffen. Im Herbst 2008 sollen die ersten Bewohner ihr neues Zuhause beziehen können. Alles in allem dürfte das neue Wohnquartier 2011 fertig sein. "Aber mit der Vermarktung werden wir jetzt umgehend starten", kündigt gbt-Chef Ahrling an. Das Baudezernat will am Dienstag, 5. September, 19.30 Uhr in einer Informations-Veranstaltung das Projekt vorstellen. Wo, steht noch nicht fest.

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