Herzlichen Glückwunsch, Maria Fandel! - Mit 100 im eigenen Haushalt aktiv

Herzlichen Glückwunsch, Maria Fandel! - Mit 100 im eigenen Haushalt aktiv

Maria Fandel freut sich über viele Glückwünsche zum runden Geburtstag. Sie stützt ihre Erinnerung gerne mit Notizen und hat viel aus ihrem Leben zu erzählen.

Maria Fandel blickt auf ein langes Leben voller Höhen und Tiefen zurück. Die Triererin ist stolze 100 Jahre alt. Bürgermeisterin Angelina Birk gratuliert der Seniorin: "Es ist etwas ganz Besonderes, so alt zu werden und dabei noch so gut auszusehen." Jürgen Plunien, Ortsvorsteher von Mariahof, überbringt ebenfalls Glückwünsche.

Schriftlich gratulieren der Jubilarin außerdem Oberbürgermeister Wolfram Leibe sowie Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Maria Fandel hat viel aus ihrem Leben zu erzählen: "Ich habe alles aufgeschrieben, denn ich kann mir nicht alles behalten." Sie kommt eigentlich aus Duisburg und hat dort auch während des Zweiten Weltkriegs gelebt, bis die Familie schließlich gezwungen war, in die Eifel zu flüchten. Zwei ihrer Brüder sind dem Krieg zum Opfer gefallen. Sie selbst sei dem Tod knapp entkommen.

Seit 50 Jahren lebt sie nun in Trier, seit 40 Jahren in ihrer Wohnung in Mariahof. Dort hat sie viele schöne Zeiten erlebt. Vor allem an ihre Nachbarn erinnert sie sich gerne. Eine Nachbarin war für sie sogar wie eine Schwester.
Maria Fandel hat aber nicht nur alle Erinnerungen aufgeschrieben, sondern auch viele Erinnerungstücke aufgehoben. Besonders stolz ist sie auf ein Service ihrer Eltern und eine Nähmaschine, die ihrer Mutter gehört hat. Zudem hat sie auch viele Fotos aufbewahrt. "Wenn ich einsam bin, hole ich die Sachen und erinnere mich zurück. Das ist jetzt mein Leben", erklärt sie. Sie habe immer viele Freunde gehabt, aber die meisten seien inzwischen gestorben.

Heute fühlt sich die 100-Jährige in Mariahof nicht mehr ganz so wohl wie früher. Da viele Leute kämen und gingen, sei es nicht mehr möglich, eine Beziehung oder regelmäßigen Kontakt zu den Menschen herzustellen.
Fandel lebt alleine in ihrer Wohnung. Sie hat zwar Probleme beim Hören und Bewegen, kann sich aber nach wie vor selbst pflegen, ihre Wäsche waschen, telefonieren und auch lesen. Hilfe benötigt sie dennoch. Dafür ist ihre einzige Tochter Marie Therese Hill zuständig. Maria Fandel sagt über ihre Tochter: "Wenn es ihr schlecht geht, kann ich sie anrufen, und sie ist immer da."

Mit Pflegediensten hat Fandel schlechte Erfahrungen gemacht und lehnt diese seither ab: "Ich habe eben meinen eigenen Kopf." Die Tochter bestätigt das lachend. Für Marie Therese Hill ist aber auch genau das ihr Geheimnis: "Diese Sturheit hält sie am Leben."