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Heute beginnen die Tage der Eisheiligen

Heute beginnen die Tage der Eisheiligen

Mitte Mai drohen die heute beginnenden Eisheiligen mit Frost, sagen alte Bauernregeln. Zumindest bis Mittwoch soll es tatsächlich kühl und regnerisch bleiben. Was ist dran an diesem Volksglauben?

Trier. (ae) "Die Eismänner sind strenge Herrn, sie ärgern Gärtner und Winzer gern", ist eins von zahlreichen Sprichwörtern über die sogenannten Eisheiligen. "Das ist eine volkstümliche Bezeichnung für Tage im Mai, die Frostschäden an Pflanzen bringen", erklärt Peter Schu vom Wetteramt Trier.

Sie bezieht sich, je nach Region, auf drei bis fünf Namenstage von Heiligen - Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Unter die "gestrengen Herren" Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai) reiht sich mit der "kalten Sophie" (15. Mai) auch eine Dame von zentraler Bedeutung: "Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist."

Das sei tatsächlich ein Anhaltspunkt für Gärtner, sagt Peter Schu: "Ab Mitte Mai ist die allergrößte Gefahr von Frostschäden gebannt." Doch eine deutliche Kalendergebundenheit der Kälterückfälle gebe es nicht. Sie könnten schon vor den Eisheiligen, aber auch noch danach auftreten. Im Juni bezeichne man sie als Schafskälte.

Schuld an den Kaltlufteinbrüchen ist meist eine für die Jahreszeit typische mitteleuropäische Großwetterlage: Die schon hoch stehende Sonne erwärmt das Festland schnell, die noch kalten Meere hingegen verzögern die Erwärmung. Im Übergangsbereich bilden sich Tiefdruckgebiete. An deren Ostseite strömt die warme Festlandluft nach Norden, an ihrer Westseite zieht als Ausgleich kalte Luft aus der Polarregion nach Süden. Diese kann besonders in klaren Nächten und exponierten Lagen zu Bodenfrost führen.

Besonders, wenn die Vegetation wegen milder Witterung im April weit entwickelt sei, könnten Schäden entstehen, erklärt Schu. Auch das halten die alten Bauernweisheiten fest, die der Wetterexperte nicht von der Hand weisen will. Einige Beispiele: "Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz, Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt vor Frost und Reif, Servatius Hund der Ostwind ist, hat schon manch Blümlein totgeküsst." Oder: "Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder." Merke also: "Pflanze nie vor der kalten Sophie!"