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„Hexen“ nur mit Abstand erlaubt

Tradition : „Hexen“ nur mit Abstand erlaubt

Die Maifeste sind abgesagt, Maibäume sind nur vereinzelt zu sehen. Auch die traditionelle Hexennacht läuft in diesem Jahr anders als sonst.

Jedes Jahr am 30. April lassen die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren vielerorts  ihre Muskeln spielen: Denn dann stellen sie – meist auf dem Dorfplatz – den Maibaum auf. Das feiern die Bewohner  und tanzen in den Mai – normalerweise. Doch in Zeiten von Corona und Kontaktsperren ist gemeinsames Feiern nicht erlaubt.

„Den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Trier-Land ist aufgrund der Situation in diesem Jahr das Aufstellen von Maibäumen in ihren Wohnorten untersagt“, sagt Johanna Fox, Pressesprecherin der VG Trier-Land. Auch in der VG Saarburg-Kell stelle die Feuerwehr keine Maibäume auf, sagt Nathalie Hartl, Pressesprecherin der VG Saarburg-Kell. Allerdings ist es in beiden Verbandsgemeinden den Ortsgemeinden überlassen, selbst Maibäume aufzustellen. Doch ohne Fest mache ein Maibaum wenig Sinn, findet Raimund Esch vom Bürgerverein Berendsborn, der normalerweise das Berendsbornfest in Konz ausrichtet. Deshalb habe auch der Verein keinen Baum aufgestellt. Ähnlich wird es wohl vielen Ortsgemeinden und Vereinen gehen.

Und auch für Kinder und Jugendliche wird in diesem Jahr eine beliebte Tradition nicht so ablaufen können wie sonst. Beim Streichespielen in der Walpurgisnacht müssen sich selbst „Hexen“ an die Corona-Regeln halten: „Grundsätzlich sind Ansammlungen von Personen – und ‚Hexen’ – im öffentlichen Raum verboten“, heißt es vom Polizeipräsidium Trier. Mit Freunden in Gruppen durch die Stadt oder den Ort zu ziehen, ist nicht drin.

„Das Kontaktverbot gilt natürlich auch an Hexennacht“, sagt Uwe Konz, Pressesprecher der Polizei Trier. Konkret bedeutet das, dass Kinder und Jugendliche nur allein oder mit Geschwistern losziehen dürfen. „Ansonsten dürfen höchstens zwei Jugendliche zusammen unterwegs sein. Dann aber mit Mindestabstand von 1,5 Metern.“

Vieles ist 2020 anders, doch eines hat sich nicht geändert: „Anderer Leute Eigentum muss tabu sein“, mahnt Konz. Vandalismus, Sachbeschädigungen und gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr seien kein lustiger Schabernack. „Die Polizei ist mit Streifen unterwegs und hat ein Auge auf die Einhaltung des Kontaktverbots und Straftaten.“

Die Ordnungsämter unter anderem der Verbandsgemeinden Saarburg Kell und Trier-Land kontrollieren ebenfalls in der Hexennacht. „Das Ordnungsamt ist in unserer Verbandsgemeinde unterwegs und kontrolliert, ob die Kontaktsperre eingehalten wird“, sagt Nathalie Hartl von der VG Saarburg-Kell. Auch in der VG Trier-Land haben Streichespieler kaum Chancen, sich in Gruppen zusammen zu rotten. „Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden in der „Hexennacht“ schwerpunktmäßig Kontrollfahrten, insbesondere zur Einhaltung der Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz, durchführen“, sagt VG-Pressesprecherin Johanna Fox. Michael Schmitz von der Stadt Trier sieht vor allem die Eltern in der Pflicht: „Wir appellieren an die Eltern, dass sie dafür sorgen, dass sich ihre Kinder an die Regeln halten.“

Zudem weist die Polizei darauf hin, dass Wanderungen und Ausflüge, die viele Menschen traditionell am 1. Mai unternehmen, ebefalls nicht in Gruppen stattfinden können. „Um die Ergebnisse, die bisher mit den Beschränkungen erzielt worden sind, nicht zu gefährden, raten wir grundsätzlich zu Hause zu bleiben“, sagt Karl-Peter Jochem von der Polizei Trier. „Denn schließlich geht es darum, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und sich und andere zu schützen.“