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"Hier ist die 115, was kann ich für Sie tun?": Bilanz nach fünf Jahren - Service-Nummer hat sich bewährt

"Hier ist die 115, was kann ich für Sie tun?": Bilanz nach fünf Jahren - Service-Nummer hat sich bewährt

Die Bewohner der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg gehören zu den 30 Millionen Deutschen, die die Sammelnummer 115 nutzen können. Der Telefonservice für die schnelle und unkomplizierte Hilfe in Behördenangelegenheiten soll ausgebaut werden. Das haben die Verwaltungschefs Wolfram Leibe und Günther Schartz angekündigt.

Trier. Vor fünf Jahren, am 1. September 2010, haben die Stadt Trier und der Kreis das gemeinsame 115-Servicecenter eröffnet. Ziel war es, den Bürgern mit Hilfe einer einheitlichen Telefonnummer in Verwaltungsfragen zu helfen - unabhängig davon, welcher Behörde der Vorgang zugeordnet ist.

Egal, ob eine Auskunft zum Elterngeld benötigt wird oder Führerschein- und Passfragen anstehen - die 115 soll's richten.
Was sein Vorgänger Klaus Jensen und der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz vor fünf Jahren mit Hilfe einer Anschubfinanzierung des Landes auf den Weg brachten, sei ein toller Service, der sich bewährt habe, meint Triers OB Wolfram Leibe.

Der Bürger habe sich verändert. Statt in der Warteschleife einer Telefonzentrale zu landen oder wegen jeder Kleinigkeit zur Verwaltung fahren zu müssen, werde heute eine qualifizierte Dienstleistung erwartet - und das zu Recht. Der Service müsse aber weiter ausgebaut werden, sagt Leibe, etwa durch bessere Einbindung des Internets und die Umstellung auf elektronische Akten.

Auch Landrat Günther Schartz glaubt, dass der 115-Service, der auch für Landes- und Bundesbehörden gilt, noch nicht ausgereizt ist. Er hofft, dass sich außer Trier-Land noch weitere Verbandsgemeinden aus dem Kreis dem 115-Verbund anschließen werden. Die Personal- und Sachkosten betragen rund eine halbe Million Euro jährlich. Sie werden nach der Anrufquote (70 Prozent Stadt, 30 Prozent Kreis) zwischen Trier und Trier-Saarburg aufgeteilt.

Laut Schartz ist die Behördennummer auch als Auskunftsstelle im Katastrophenfall gedacht, etwa bei Hochwasser oder Seuchen. "Glücklicherweise brauchten wir solche Art von Krisenbewältigung in den vergangenen fünf Jahren nicht", sagt Schartz bei einem Besuchstermin mit seinem Kollegen Wolfram Leibe im 115-Servicecenter in der Trierer Hindenburgstraße.600 Anrufe am Tag


Unter den 15 Mitarbeiterinnen, die wochentags von 8 bis 18 Uhr Anrufe entgegennehmen, ist auch Susanne Merlot. Sie berichtet, dass sich jetzt auch viele Leute melden, um Hilfe für Flüchtlingen anzubieten, etwa Spielsachen für Kinder oder Hilfe bei Sprachkursen. Auf mehr als 1300 Dienstleistungen, die in einer Wissensdatenbank hinterlegt sind, können die 115-Mitarbeiterinnen mittlerweile zurückgreifen; beim Start vor fünf Jahren waren es 267 gewesen. Fast 600 Anrufe gibt es täglich. In der Top-Ten-Liste der am häufigsten nachgefragten Leistungen tauchen die Bereiche Volksschulangebot, KFZ-Zulassung, Schülerbeförderung, Jugendhilfe und Personalausweise auf.

Susanne Merlot und ihre Kolleginnen wissen fast immer den Lösungsweg im Bürokratie-Dschungel - oder können zumindest Kontaktadressen vermitteln, Formulare per Mail verschicken oder den versprochenen Rückruf tätigen, wenn der Anruf außerhalb der Dienstzeiten kommt. Hin und wieder gibt es auch Anfragen zum Schmunzeln (siehe Extra).Extra

"Meine Tochter hat gestern ein Knöllchen wegen Falschparkens über 25 Euro erhalten. Sie hat aber gar nicht lange dort gestanden. Kann man das Bußgeld nicht auf fünf Euro senken?" "Ich benötige eine Genehmigung, dass ich nach 11 Uhr noch in die Stadt darf." "Mein Fernseher ist kaputt. Den habe ich bei Ratio gekauft, da kann ich aber niemanden erreichen." "Ich habe eine Maus in der Dunstabzugshaube, wer kann mir da helfen?" "Meine Tante zieht nach Trier um und möchte ihren verstorbenen Mann mitnehmen." alf