"Hilfe, die Schule brennt!"

"Hilfe, die Schule brennt!" Unangekündigt und sehr authentisch wurde am gestrigen Freitag ein Treppenhausbrand in der Grund- und Regionalschule Waldrach nachgestellt. Das Besondere: Es rückten tatsächlich rund 20 freiwillige Feuerwehrmänner mit insgesamt drei Rettungsfahrzeugen an.

Waldrach. Um zwölf Minuten nach Neun blinkte plötzlich die rote Lampe im Sekretariat der Regionalschule Waldrach. Sofort griff Schulsekretärin Martina Tödter zum Telefonhörer und wählte die 112. Zeitgleich löste Schulleiter Rudolf Funken den Dauerklingelton aus - das allen bekannte Zeichen für Feueralarm. Ohne panikartige Zwischenfälle und gut sortiert strömten die Schüler aller Klassenstufen über mehrere Fluchtwege auf den oberen Schulhof nach draußen. Nur im Neubau war kein Entkommen - simuliert wurde ein Brand im Treppenhaus.

"Mitten im Unterricht gingen plötzlich die Rauchmelder im Flur los", berichtet ein Mädchen aus der 6 b. "Das hat voll laut gepiept", sagt sie. "Unser Lehrer hat sofort Decken unter die Tür gelegt, damit der Rauch draußen bleibt", berichtet sie weiter. "Ich dachte: Was ist denn jetzt los?", erzählt eine Fünftklässlerin, die einfach nur froh war, als sie auf dem Schulhof ihren großen Bruder heil angetroffen hatte. Und die Erstklässler waren besonders aufgeregt: "Wir haben echt gedacht, es brennt!", gibt eines der Mädchen zu. "Aber zum Glück war die Feuerwehr ja ganz schnell da."

Disko-Nebelmaschine wird zum "Brand-Herd"



Tatsächlich hatte es keine fünf Minuten gedauert, bis die Waldracher Feuerwehrmänner mit zwei Lösch- und einem Drehleiterfahrzeug angerückt waren. Während die Atemschutzgeräteträger dem "Brandherd", eine Disko-Nebelmaschine, im Treppenhaus zu Leibe rückten, wurden die rund siebzig Schüler, die sich in den oberen Stockwerken des Neubaus aufhielten, auf spektakuläre Art und Weise per Schiebe- und Drehleiter durch die Fenster "gerettet".

Hinter einer Absperrung beobachteten die bereits "geretteten" Kinder die Feuerwehrmänner bei ihrer Arbeit. Schulleiter Funken: "Im Ernstfall wäre das natürlich nicht möglich, aber so sollen die Kinder auch etwas von der Übung haben."

Um einen Überblick zu haben, wie viele Schüler sich bereits unverletzt auf dem oberen Schulhof befanden, hatte der zuständige Sicherheitsbeauftragte, Winfried Buchleiter, zu diesem Zeitpunkt die Klassenbücher bereits überprüft. Buchleiter: "Das hat heute alles sehr gut geklappt hier. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem Waldracher Wehrführer Gerd Zonker, der den Ablauf der Übung im Vorfeld bis ins kleinste Detail geplant hatte." Zonker: "Wir haben heute hier eine Menge Erfahrung gesammelt. Es war wichtig für uns, einmal mehr mit der Drehleiter und unter authentisch dargestellten Bedingungen zu üben. Außerdem hat eine solche Übung auch immer den Vorteil, dass unsere Männer mit den Räumlichkeiten in so wichtigen Gebäuden wie zum Beispiel der Schule vertraut gemacht werden." Auch der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Ruwer wohnte dem Geschehen in Waldrach bei: "Diese Übung ist sehr erfolgreich abgelaufen", so das stolze Urteil von Josef Hartmann.