Hilfe für die Armen

Helfen tut gut. Doch ist Entwicklungshilfe in Afrika angebracht? Bei einer Podiumsdiskussion tauschten Experten aus Afrika und Deutschland ihre Meinungen zum Thema Entwicklungshilfe aus. Die Gesprächsrunde war der Auftakt der Afrika-Woche, die der Verein "Afrika-Fokus" in dieser Woche auf dem Unigelände veranstaltet.

 Süße Sünden auf dem Grill: (von links) Ibrahim Dourra Maiga, Yvonne Hilgendorf und Jessica Mettlen rösten Kochbananen. Ob Entwicklungshilfe als süßes Gift anzusehen ist, diskutieren Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Afrika-Woche an der Universität. TV-Foto: Anke Scholz

Süße Sünden auf dem Grill: (von links) Ibrahim Dourra Maiga, Yvonne Hilgendorf und Jessica Mettlen rösten Kochbananen. Ob Entwicklungshilfe als süßes Gift anzusehen ist, diskutieren Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Afrika-Woche an der Universität. TV-Foto: Anke Scholz

Trier. (as) Für viele Menschen in Afrika grenzt ein neuer Brunnen schon an ein kleines Wunder. Doch viele finanzielle Zuwendungen der westlichen Länder erreichen die Bedürftigen nicht. Oft gerät das Geld in die Hände der Machthabenden, die das Geld für ihren eigenen Bedarf ausgeben. "Das darf nicht unterstützt werden", sagt Johannes Michael Nebe. Der Geograf von der Universität Trier diskutierte gemeinsam mit anderen Experten über das Thema: "Braucht Afrika Entwicklungshilfe?". Moderator Martin Uhl vom Verein "Afrika Fokus" begrüßte auf dem Podium jeweils zwei Teilnehmer aus Afrika und Deutschland. Die beiden afrikanischen Nachwuchswissenschaftler Assane Ndoye und Calvine Kayi zeigten Schwachpunkte der bisherigen Entwicklungshilfe in ihrem Heimatland auf. Hermann Anell bereicherte die Diskussion durch seine praktischen Erfahrungen als ehemaliger Entwicklungshelfer in Afrika.Korruption verhindert die Entwicklung

Wenn der Fortschritt in Afrika vorangetrieben werden soll, verlangt Calvine Kayi vor allem Veränderungen im Bereich der Politik. Korruption verhindere oft die Entwicklung des armen Kontinents. "Wir brauchen in Afrika eine starke Zivilgesellschaft", erklärte der Doktorand aus Kenia. Für den Afrikaner ist die Rolle der Entwicklungspolitik in Afrika fragwürdig. Vielmehr sollte die afrikanische Regierung eine entscheidende Rolle spielen. "Die Afrikaner müssen sich für den richtigen Weg entscheiden. Dann müssen sie aber auch die Verantwortung übernehmen", betonte er.Ob die Leistung von Entwicklungshilfe nach wie vor sinnvoll ist oder unangebracht, dazu konnten die Experten nur vorsichtig Urteile abgeben. Auch wenn finanzielle Hilfeleistungen aktuell stark in die Kritik geraten seien, hob Hermann Anell deren Relevanz hervor. "Sicher kann man mit Geld Afrika nicht retten. Aber wo wäre Afrika heute, wenn diese Gelder nicht geflossen wären?", fragte er.Die Podiumsdiskussion reiht sich in eine Fülle von Veranstaltungen zum Thema "Afrika" an der Universität in dieser Woche ein. Der Verein "Afrika Fokus" stellt den zweitgrößten Kontinent der Welt fünf Tage lang auf dem Campus in den Mittelpunkt. Mit einer Autorenlesung, einem Trommelworkshop, einem interkulturellen Fußballturnier und einer Party möchte der Verein Interessierten das ferne Land näher bringen. "Uns ist es wichtig, dass sich die Leute mit dem Thema Afrika auseinander setzen", erklärt Yvonne Hilgendorf, Vorsitzende des Vereins "Afrika Fokus".

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