Hilfe für die Selbsthilfe

Neben öffentlichen Zuschüssen sind Selbsthilfegruppen auf weitere Unterstützung und Spenden angewiesen, um die Arbeit für und mit Betroffenen in unterschiedlichen Problemlagen zu betreiben. Die Barmer fördert jährlich deren Bemühungen.

Trier. (cofi) "Wir erachten es als wichtige gesellschaftliche Aufgabe, Selbsthilfegruppen zu unterstützen, die Betroffenen helfen, mit Krankheiten umzugehen", sagt Barmer-Regionalgeschäftsführer Norbert Dixius. Rund 15 000 Euro sind im Topf, um den sich regionale Gruppen bewerben konnten und aus dem 62 regionale, vier Landesverbände und ein Bundesverband finanzielle Hilfe erhalten.Etwa 450 Selbsthilfegruppen zählt die "Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle" (Sekis) in der Region. "Selbsthilfe ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, gemeinschaftlich an einer Veränderung und Verbesserung der Lebenssituation zu arbeiten", sagt Sekis-Geschäftsführer Carsten Müller-Meine. Die Sekis hilft Interessierten bei der Gründung einer neuen Gruppe oder bietet Seminare zu Gruppenarbeit und Gesprächsführung an. Das Interesse an einer Selbsthilfegruppe entstehe allerdings bei vielen Menschen erst, wenn sie oder Angehörige selbst von Krankheit oder einer problematischen Lebenssituation betroffen sind.Sich an die Öffentlichkeit zu wenden, fällt vielen Betroffenen schwer. Vor allem, wenn es sich um eine "Krankheit handelt, durch die man schnell stigmatisiert und von der Gesellschaft ausgegrenzt werden kann", weiß Judith Beierle von der Aidshilfe. Deswegen seien Beratungsangebote, Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und der Austausch mit Menschen in der gleichen Situation besonders wichtig. Auch die Kooperation mit sozialen Einrichtungen und anderen Hilfsangeboten ist Teil der Arbeit. Für die Durchführung von Aktionen und Beratungsangeboten "sind Fachkräfte nötig, die nicht allein aus öffentlicher Förderung finanziert werden könnten", sagt Markus Tyrell vom Aidshilfe-Landesverband.