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Hilfe für Häuslebauer

Trier. Rund um den Hausbau können viele Konflikte und Probleme auftreten. Nicht selten müssen Gerichte bemüht werden. Damit es so weit nicht kommt, informierte die Rechtsanwaltskammer Koblenz in Kooperation mit der Sparkasse Trier bei einem Verbraucherrechtstag über die Rechte von Bauherren.

Trier. Ehepaar Holl hat sich gut auf den heutigen Abend vorbereitet. Von den Schäden am Eigenheim haben sie Fotos mitgebracht und erhoffen sich jetzt Rat von den Experten, die am Verbraucherrechtstag der Rechtsanwaltskammer Koblenz referieren. Vor vier Jahren haben sie ihr Haus in Saarburg gebaut und waren zufrieden mit der Arbeit des Bauunternehmers. Dann aber stellte sich heraus, dass eine Wand des Kellers nicht gedämmt wurde, Schimmel war die Folge.
Dass solche und andere Schäden am Bau keine Seltenheit sind, weiß Michael Probst, Diplom-Ingenieur und Sachverständiger für Baumängel. "Es gibt so gut wie keine Facharbeiter mehr. Außerdem ist das Ziel heute eher, schnell zu bauen als qualitativ hochwertig", erläutert er. Auch die Ausbildung der Architekten weise erhebliche Defizite aus.
Die beste Vorbeugung gegen Streitigkeiten rund um den Bau ist eine gute Vorbereitung, insbesondere was die Ausgestaltung des Vertrags betrifft. Je exakter der Vertrag zwischen Bauunternehmer und Bauherr, desto weniger Probleme wird es während und nach der Bauphase geben. "Das Gesetz macht keine Vorgaben, sie müssen selbst festlegen, was sie für ihr Haus haben möchten. Sonst hat der Bauunternehmer Spielraum, den er im Zweifel wahrscheinlich zu seinen Gunsten auslegen wird", sagt Dr. Axel Merz, Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Baurecht.
Sind doch Mängel am Bau aufgetreten, gilt es vor allem, auf Gewährleistungsfristen zu achten. In der Regel wird eine Frist von fünf Jahren gewährt, ausgehend vom Tag der Abnahme. Auf diese Frist gilt es zu achten, wenn der Bauunternehmer die Mängel beseitigen soll. Sinnvoll sei es auch, zur Mängelfeststellung einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Dieser sollte öffentlich bestellt sein.
Am Ende des Abends ziehen die Holls ein positives Fazit. "Das waren hochkarätige Vorträge. Wir haben viel an die Hand bekommen, das wir in den Verhandlungen mit dem Bauunternehmer nutzen können", sagt Lothar Holl. lbe