Hilfe in schwerer Zeit

In Trier gibt es ein neues Beratungsangebot: "Papillon" nennt sich die Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. Dort erfahren auch die krebskranken Eltern Hilfe, wie sie ihren Kindern die Diagnose näherbringen können.

Trier. (gsb) "Papa hat Krebs. Heißt das, dass er stirbt? Kann ich das auch kriegen?" oder "Warum geht es meiner Mama so schlecht, habe ich daran Schuld, dass sie krank ist?" So oder ähnlich können Kinderfragen und Kindersorgen klingen, wenn Mama oder Papa an Krebs erkrankt sind. Mit der Diagnose Krebs stürzen oftmals Familienstrukturen zusammen, der Familienalltag erfährt drastische Belastungen: Manchmal trauen sich Eltern nicht, mit ihren Kindern offen zu sprechen, um sie zu schützen. Die Kinder entwickeln wiederum Angst-Fantasien in Anbetracht der oft unübersehbaren körperlichen Veränderungen. Um Kindern und Jugendlichen in dieser schwierigen Lebensphase kompetente Unterstützung zu geben, gibt es jetzt die Beratungsstelle "Papillon".

Sie ist in einem schmucken Altbau in der Krahnenstraße 37 untergebracht. Die geringe Entfernung zum nahe gelegenen Mutterhaus kommt nicht von ungefähr. Wer dort wegen Krebs behandelt wird, soll durch geschultes Personal auf das Beratungsangebot in der Krahnenstraße hingewiesen werden. Wobei die frühzeitige professionelle Beratung nicht nur für Patienten des Mutterhauses gilt, sondern für alle Betroffenen in der Region, stellte Hermann Becker bei der offiziellen Einweihung und Einsegnung durch Pfarrer Guido Hepke klar. Becker ist Vorsitzender des Vereins "Von Betroffenen für Betroffene", der zusammen mit der Antonia Ruut Stiftung das Projekt "Papillon" mit jeweils 30 000 Euro pro Jahr finanziert.

Der Verein wurde von Beckers Tochter Anna gegründet, sie starb vor sechs Jahren an Krebs. "Von Betroffenen für Betroffene" unterstützt neben "Papillon" weitere Projekte wie die onkologisch-psychologischen Stellen in der Villa Kunterbunt und Kinderkrebsstation in Trier. Das neue Beratungsangebot für Kinder krebskranker Eltern ist kostenlos und wird von der Psychologin Claudia Mück, der Psychologin und PsychooSnkologin Sonja Fischbach und der Pastoralreferentin und Krankenschwester Anne Pütz angeboten. Geplant ist, mit Flyern in sämtlichen Kliniken der Region auf "Papillon" aufmerksam zu machen.

Beratungsstelle Papillon, Krahnenstraße 37, 54290 Trier, Telefon 0651/9663033, Handy: 0175/2268399, E-Mail: kontakt@papillon-trier.de. Infos im Internet unter www.papillon-trier.de. Beratungen werden nach Absprache terminiert.