Hilfe, wir haben Winter!

Dieser Winter ist tatsächlich winterlich und gleicht keinem Frühherbst mit entlaubten Bäumen. Kaum reihen sich aber ein paar Wochen mit Frost, Schnee und Eis aneinander, beginnt in unseren Breitengraden der Ausnahmezustand.

Der Ärger beginnt schon mi den Unverbesserlichen hinter dem Steuer, die beim ersten leichten Schneefall den Verkehr mit Tempo 25 blockieren, weil sie ja keine Winterreifen brauchen. Und bei der Bahn fallen ganze Hauptstrecken aus, nur weil die Stromleitungen für die Loks vereist sind. Ich kann mich noch an die Fahrten mit den stinkigen Dampfzügen in meiner Kinderzeit erinnern. Der Fahrbetrieb vom Frost lahmgelegt? Die Eisenbahner hätten sich in den 50er und frühen 60er Jahren an die Stirn getippt.

Auch im Straßenverkehr wurde der Winter früher gelassener betrachtet. Gab ja auch viel weniger Autos. Die Salzerei auf den Straßen ging erst - wie ich mich erinnere - Ende der 60er Jahre richtig los. Vorher wurde meist nur etwas Split gestreut, um den Schnee "griffiger" zu machen. Und an steilen Straßen auf dem Lande standen grüne Holzkisten mit Split, aus denen sich notfalls jeder bedienen konnte. Ich weiß noch, wie die wenigen Autobesitzer über das erste Salz geflucht haben. Die damaligen Autos konnten das Zeugs nicht vertragen und rosteten dadurch beim Zusehen.

Und heute? Wehe, wenn nach den ersten Schneeflocken nicht sofort die Salzstreuwagen auf die Piste rollen. Als nun Mitte dieser Woche das Streusalz knapp wurde, brach natürlich die große Panik aus. Hilfe, wir haben Winter, und der Salzstreuer ist leer!