Hin und Her: Diskussion über Qualifikation eines neuen Sozialdezernenten

Hin und Her: Diskussion über Qualifikation eines neuen Sozialdezernenten

Wer in Trier neuer Sozialdezernent oder neue Sozialdezernentin werden wolle, der benötige nicht unbedingt ein abgeschlossenes Studium. Denn Qualifikation lasse sich nicht an "irgendwelchen Dokumenten" ablesen.

Ein Studienabschluss dürfe daher nicht als Voraussetzung gefordert werden: Dieses Statement des Grünen-Vorstandssprechers Sven Dücker im TV-Bericht "Auf der Suche nach einer neuen Spitzenkraft" vom Donnerstag schlägt hohe Wellen.

Thomas Albrecht, Vize-Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, äußerte sich am Donnerstag auf Facebook nahezu aufgelöst: "Es kommt selten vor, dass mir bei der morgendlichen Lektüre des TV beinahe die Zeitung aus der Hand fällt, doch heute Morgen ist es geschehen", schreibt der Oberstaatsanwalt. Dückers Aussage verrate "eine erschreckende Respektlosigkeit über den Wert eines Schul- oder Hochschulabschlusses", echauffiert sich Albrecht. Und weiter: "Wer meint, ein solch' verantwortungsvolles Amt (...), eine besonders herausgehobene Führungsposition, die mit viel, sehr viel Verantwortung (...) verbunden ist, benötige keine besonderen Einstellungsvoraussetzungen, dokumentiert bedenkliche Verantwortungslosigkeit (...)." Abschließend erklärt Albrecht: "Einer Stellenausschreibung, in der ein Hochschulstudium nicht unabdingbare Voraussetzung ist, werde ich nicht zustimmen." Was als so etwas wie eine Kampfansage an den grünen Bündnispartner im Rat verstanden werden konnte. Immerhin haben CDU und Grüne verabredet, bei der Neubesetzung des Sozialdezernats - wie jüngst bei der Wahl des CDU-Kulturdezernenten - zusammenzuarbeiten (der TV berichtete).

Bei ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstag thematisierte Grünen-Vorstandssprecher Dücker die Vorwürfe Albrechts nicht, betonte aber, dass man sich für einen "möglichst offen gehaltenen Ausschreibungstext" einsetzen werde. Am Freitagnachmittag ruderten die Grünen schließlich zurück. "Prinzipiell" sei die Aussage Dückers, dass es nicht nur unter Hochschulabsolventen geeignete Kandidaten gebe, zwar richtig, teilte Petra Kewes, Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion, per Mail mit. Dabei handele es sich allerdings um eine "parteiinterne Debatte der Grünen".
Da mit den anderen Fraktionen im Rat bislang allerdings noch nicht über ein geändertes Ausschreibungsverfahren diskutiert worden sei, halte "die Stadtratsfraktion der Grünen an der bisherigen Auschreibungspraxis fest". Will heißen: Von den Bewerbern soll ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt werden.

Beschlossen wird der Anzeigentext in der Sitzung des Steuerungsausschusses am 22. Juni und abschließend im Stadtrat am 28. Juni.