Hindernisse im Felsenland

Der Weg zur Umstrukturierung der Tourismusarbeit im Felsenland Südeifel ist etwas steiniger als gedacht. Denn bevor es losgehen kann, müssen die Ortsgemeinden die Aufgabe der Tourismusförderung offiziell auf die Verbandsgemeinde übertragen. Ein Prozess, der allerdings friedlicher verlaufen dürfte als in Kyllburg.

Irrel. (kah) Die Verbandsgemeinde (VG) Irrel hat für 2009 eine Revolution geplant: Sie will die Tourismusarbeit komplett neu strukturieren und in die Hand von Profis legen.

Statt einer Vielzahl von Organisationen soll sich künftig eine bei der kommunalen Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft (KBE) angesiedelte Zentrale darum kümmern, die touristische Entwicklung des frisch getauften "Felsenlands Südeifel" voranzubringen (der TV berichtete).

Dieser Entwicklung hat sich nun jedoch ein Hindernis in den Weg gestellt. Ein Hindernis, das spätestens seit dem Rechtsstreit um die Finanzierung der nun schon seit Monaten geschlossenen Kyllburger Tourist-Information sehr ernst genommen wird.

Genau wie in Kyllburg haben die Ortsgemeinden in der VG Irrel ihrer übergeordneten Verwaltung niemals offiziell den Auftrag erteilt, für sie die Aufgabe der Tourismusförderung zu übernehmen. Die Kommunalaufsicht hat die VG nun darauf hingewiesen, dass dies dringend erforderlich ist, ehe die KBE ihre neue Arbeit aufnehmen kann: Mehr als die Hälfte der Ortsgemeinden, in der gleichzeitig mehr als die Hälfte der Einwohner der VG leben, muss dem nun zustimmen.

An der Finanzierung soll sich nichts ändern



Dies wiederum dürfte jedoch deutlich einfacher werden als in Kyllburg, da sich an der Finanzierung der Tourismusarbeit rein gar nichts ändern würde. Gespräche mit dem zuständigen Ministerium hätten ergeben, dass die Kosten einfach über die allgemeine Umlage gedeckt werden sollen, die zu diesem Zweck auch nicht steigen soll, sagte Bürgermeister Hans-Michael Bröhl. Keineswegs jedoch über eine Sonderumlage, wie dies in Kyllburg geplant war.

"Wir haben schon mit den meisten Gemeinden gesprochen", sagt Bröhl. Das Ansinnen werde grundsätzlich positiv bewertet. Der VG-Rat Irrel hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, die Aufgabe der Tourismusförderung zu übernehmen, wenn die Gemeinden dem zustimmen. Horst und Ingo Zwank haben sich enthalten. "Ich sehe diese Aufgabenübernahme sehr kritisch", sagte Horst Zwank. Er glaubt, dass die kleinen Gemeinden davon keinen Vorteil haben werden.

Eine Meinung, der nicht nur Bröhl, sondern auch verschiedene Ratsmitglieder widersprachen. Selbst kleine Orte profitierten vom Tourismus, seien mit der Tourismusarbeit jedoch völlig überfordert, hieß es, und es sei Zeit, mit "diesem Klein-klein endlich Schluss zu machen".

Meinung

Hau ruck!

Das neue Vermarktungskonzept für das Felsenland Südeifel sollte so bald wie möglich umgesetzt werden. Denn es verspricht, dass die Tourismusarbeit so professionell wird, wie Urlauber dies heute erwarten. Mit diesem Ziel vor Augen sollte die Forderung der Kommunalaufsicht für die Ortsgemeinden nicht mehr sein als eine Formalie. Ihnen entstehen keine Nachteile, wenn sie die Tourismusförderung offiziell auf die Verbandsgemeinde übertragen. Ganz im Gegenteil. k.hammermann@volksfreund.de

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