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Historiker erhält Spee-Förderpreis

Historiker erhält Spee-Förderpreis

Die Friedrich Spee Gesellschaft Trier hat ihren diesjährigen Förderpreis an den Aachener Historiker Frank Pohle verliehen. Pohle verdankt die Auszeichnung seiner Dissertation, in der er sich unter anderem mit jesuitischem Theater befasst hat.

Trier. Rund 1120 Seiten umfasst die Dissertation von Frank Pohle. Ein "Handbuch" - wie es in wissenschaftlichen Kreisen heißt. Aber ein besonderes und jetzt sogar ausgezeichnetes Werk - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Für seine Dissertation "Glaube und Beredsamkeit. Katholisches Schultheater in Jülich-Berg, Ravenstein und Aachen (1601 bis 1817)" erhielt der Aachener Historiker in der Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars Trier den Friedrich-Spee-Förderpreis.
Der Preis wird seit 1993 von der Friedrich Spee Gesellschaft Trier vergeben und zeichnet junge Nachwuchswissenschaftler für deren herausragende Dissertationen aus. Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro stiftete die Sparkasse Trier.
Lob für Akribie und Leidenschaft


Die Vorsitzende der Friedrich Spee Gesellschaft, Rita Voltmer, beschrieb Pohles Dissertation als "herausragend und überdurchschnittlich". Sie lobte seine Akribie und Leidenschaft für das Thema und bezeichnete das Werk als "wegweisend".
Der 42-Jährige ist zurzeit wissenschaftlicher Angestellter am Lehr- und Forschungsgebiet Geschichte der frühen Neuzeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.
Pohle beschäftigte sich in seinem Werk unter anderem mit verschiedenen jesuitischen Theateraufführungen, besuchte dazu 48 Archive und untersuchte etwa 670 jesuitische Theatergruppen. "Normalerweise bräuchte man für solch ein Werk mehrere Mitarbeiter - Frank Pohle hat das alleine bewältigt", sagte Rita Voltmer.
"Ohne Leidenschaft kannst du so etwas nicht machen", sagte Frank Pohle, der seine Dissertation innerhalb von etwa sieben Jahren vollendete. 2006 wurde sie eingereicht und 2007 erhielt er seinen Doktortitel.
Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung im Priesterseminar vom Friedrich-Spee-Chor. sthi