Historischer Ort

TRIER. (red) Nach Kunst, Natur und Sport nimmt nun auch der vierte Schwerpunkt der Landesgartenschau 2004, die Geschichte, konkrete Formen an.

"Der Petrisberg - Triers Ursprung und Zukunft" wird die Ausstellung heißen, die sich während der Großveranstaltung ab dem 22. April bis zum 24. Oktober auf über 600 Quadratmetern Fläche im zentralen Bereich der LGS präsentieren wird. Der Clou daran: Archäologen können heute bestätigen, was um das Jahr 1100 Mattheiser Mönche bereits wussten. Auf dem Petrisberg sind die ältesten Anfänge von Trier zu finden. Der Gründungslegende zufolge befand sich dort das Grab des Stadtgründers Trebeta, der Trier 1300 Jahre vor Rom gegründet haben soll - so wie es auf dem Roten Haus am Hauptmarkt steht. Und seit einigen Monaten bekräftigen Grabungsergebnisse, dass die Römer dort oben in der Tat ein Lager errichtet haben, bevor die Talstadt gegründet wurde. Nach über 2000 Jahren sahen Reste eines römischen Militärgeländes zum ersten Mal wieder Tageslicht. Der entstehende Wissenschaftspark wiederum wird Triers Zukunft entscheidend mitprägen. Überhaupt ist der Petrisberg, der lange Zeit unbewohnt war, ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Im Mittelalter (und bis heute) vorwiegend für Weinbau und Schafzucht genutzt, galt er im 16. Jahrhundert als Hexentanzplatz und als der Ort, von dem aus Franz von Sickingen die Stadt Trier beschossen haben soll. Schon damals suchten Goldgräber am angeblichen Trebeta-Grab, und Goethe war ebenso dort wie Napoleon. Vor rund 100 Jahren begann mit dem Bau der Sickingenstraße die Erschließung des Petrisberges. Die Nazis haben dort Kasernen und ein Kriegsgefangenenlager errichtet, in dem unter anderem der weltbekannte Philosoph Jean-Paul Sartre inhaftiert war.

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